Harzer-Hexen-Stieg #3: Von Torfhaus nach Drei Annen Hohne

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Tag Drei auf dem Hexenstieg führt uns durch das Reich des Borkenkäferkönigs auf den Blocksberg zu Teufelskanzeln und Spionen und hält einen Knick in Stimmung und Knie für uns parat, bevor er im Erbsensuppenzimmer bei drei Annen bedächtig ausklingt (13. Juli 2018, 19 Kilometer)

Wenn man sich unsere heutige Tour anschaut, klingt sie durchaus märchenhaft. Allein schon unsere Start- und Endpunkte, Torfhaus und vor allem Drei Annen Hohne klingen für mich verwunschen. Um das Ganze abzurunden, geht es dann auch noch über den Brocken, seines Zeichens der legendäre Blocksberg.

Wir frühstücken erst einmal ganz down to earth – zwischen Marvin und all den anderen Berliner Kids bei einem ordentlichen Geräuschpegel. Das Frühstück ist reichhaltig und bestätigt noch einmal, dass wir mit dem Landschulheim einen echten Schnapper gemacht haben. Für mich eine glasklare Übernachtungsempfehlung!

Nach Sachenpacken, Bettenabziehen und Auschecken geht es um halb zehn für uns los. Unser Zeitmanagement verbessert sich kontinuierlich.

Im Reich des Borkenkäferkönigs

Heute scheint die Wetterhexe einen guten Tag zu haben. Es ist sonnig mit Schleierwolken, die sich im Laufe des Tages schnell verziehen werden. Der Hexenstieg führt gleich an unserer Herberge vorbei. Schnell sind wir im Wald.

Nicht lange, dann eröffnet sich vor uns die für diese Gegend typische Hochmoorlandschaft. Der Pfad besteht stellenweise aus hübschen Holzplatten und führt uns mitten hindurch. Es ist wie im Märchen, wenn auch in einem eher gruseligen: um uns herum stehen fast ausschließlich Baumgerippe.

Viele sind auf die Hälfte gekürzt worden. Wie Skelette ragen sie silbern in den blauen Himmel. Wir befinden uns mitten im Reich des Borkenkäfers.

Man möge die Löcher stopfen

Nach einigen Schleifen durch gesunden Waldbestand, sind wir am Aufstieg des Brockens und damit auch auf dem Goetheweg. Der deutsche Dichter war Fan, dreimal bestieg er den Blocksberg und setzte ihm in der Walpurgisnacht in seinem Faust ein ewiges Denkmal.

Inzwischen scheint die Sonne unaufhörlich und wir strahlen so lange mit ihr um die Wette, bis wir auf die gelöcherten Steinplatten stoßen, die es den Panzern erleichtert haben, hier entlang des Eisernen Vorhangs hoch zu fahren. Uns erleichtern sie gar nichts.

Man muss sehr kurze oder sehr lange Beine haben, um hier ungestört nach oben zu laufen. Wenn man wie wir gesundes Mittelmaß ist, stolpert man ungelenk nach oben beim Versuch, nicht in die Löcher zu treten. Wenn einem das gelingt, verfangen sich mit Sicherheit die Stöcke darin. Der Kiespfad zwischen den Platten ist auch nicht wirklich einladend.

Auch dieses Stück ist gegen elf bezwungen. Wir laufen auf den Goethebahnhof zu. Der ehemalige Bahnhof bietet Steine und bunte wulstartige Gebilde als Sitzgelegenheit nach dem ersten Aufstieg. Hier befindet sich auch die inzwischen unsichtbare Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Wir gehen jedoch weiter, denn von weitem hören wir es pfeifen. Aufgeregt wie die Kinder erwarten wir die Harzer Schmalspurbahn, neben deren Gleise wir kurz darauf herlaufen. Wenig später holt sie uns ein.

Das Vergnügen des sandigen Pfads entlang der Gleise bleibt uns nicht sonderlich lange erhalten. Wir laufen an steil abfallenden, grünen Wiesen entlang, bis der Weg nach links abbiegt. Hier müssen wir auf die geteerte Brockenstraße. Aus dem Nichts wird es plötzlich voll. Diejenigen, die das größte Stück mit dem Auto zurückgelegt haben, teilen sich nun mit uns den Weg nach oben. Um viertel nach elf sehen wir die Antenne und die Wetterwarte. Ich warte geradezu darauf, dass gleich Herr Kachelmann mit Puschelmikrofon aus dem Gebüsch springt.

Ein Stein erinnert an die deutsch-deutsche-Geschichte und die Öffnung der Grenze. Hier oben werden wir noch weitere Erinnerungsstätten vorfinden, die an das dunkle Kapitel der Teilung erinnern, das für mich nur ein schemenhaftes Stück Erinnerung ist. Ich war zehn Jahre alt, als die Mauer fiel. Für Menschen, die die Teilung hautnah erlebt haben, muss es ein erhebendes Gefühl sein, an diesem Stein vorbeizugehen.

Wir machen uns an die Umrundung des Brocken. Es geht vorbei an Steinformationen, mit dem schmeichelhaften Namen Teufelskanzel und Hexenaltar. Von Kachelmann übrigens immer noch keine Spur, aber das liegt vielleicht daran, dass heute die Sonne scheint.

Am Hexenstieg: Teufelskanzel und Hexenaltar auf dem Brocken

Was sind wir für Glückspilze, dass so ein Traumwetter ist. Der Blick über die dämonischen Steinhaufen ist atemberaubend.

Am Hexenstieg: Teufelskanzel und Hexenaltar auf dem Brocken

Noch einmal fährt die Harzeisenbahn vor und liefert uns ein Motiv wie aus dem Bilderbuch.

Zwischen all den Tagestouristen fallen Julie und ich mit unseren Rucksäcken ziemlich auf. Wir scheinen heute die einzigen Weitwanderer zu sein. Das hält uns nicht davon ab, die für Touristen üblichen Schnappschüsse zu machen.

Was ich sehe

 

Was Julie sieht

Auf unserem Rundgang um das Plateau werden wir Zeuge, wie schnell sich das Wetter hier oben ändern kann, denn uns fegt plötzlich ein heftiger Wind entgegen, der Nebel mit sich bringt. Kein Wunder, liegt der Brocken doch an 300 Tagen im Jahr im Nebel. Wieso sollte es heute anders sein? Das Tempo, mit dem unsere Sicht eingeschränkt wird, ist faszinierend.

Ähnlich faszinierend sind die Hinweisschilder, die ein wenig Einblick in das Treiben auf dem Brocken geben, als dieser wegen seiner exponierten Nähe zum Westen als Spionage- und Abhörzentrum für die DDR und Besatzungsmacht Russland diente. Seit 1961 militärisches Sperrgebiet, durfte niemand mehr hinauf. Das erklärt auch, wieso der Stein am Aufgang den 3. Dezember als Tag der Brockenbefreiung ausruft. An dem Tag führten 2.000 Wanderer eines Sternmarschs seine Öffnung herbei.

Kaffeepäuschen

Nach unserer Plateau-Umrundung steuern wir zielstrebig das Brockenhaus an. Im Erdgeschoss gibt es einen überlaufenen Souvenirshop, in dem ich eine Postkarte für meine Tante kaufe, die Geburtstag hat. Hier oben soll es eine Cafeteria geben, die einen zauberhaften Ausblick bietet. Als wir realisieren, dass wir sechs Euro Eintritt berappen sollen, finden wir das weniger zauberhaft und überdenken unseren Plan.

Stattdessen lassen wir uns kurz darauf im Biergarten beim Brockenwirt nieder, der sich direkt daneben befindet. Eine Großgruppe junger Männer, die bereits beim Bier angelangt ist, bestaunt unsere großen Rucksäcke. Wir entscheiden uns für einen überteuerten und leider nicht sonderlich guten Milchkaffee, der Julie eine große Portion Geduld abverlangt. Die Schlange ist elendig lang. Sie bleibt netterweise stehen und so genießen wir wenig später unsere Pause mit einer Portion Koffein. Die Sonne scheint uns inzwischen wieder ins Gesicht, und wir sind unglaublich stolz, den Aufstieg auf 1.141 Meter so gut bewältigt zu haben.

Ein letzter Blick auf das Panorama, dann geht es weiter.

Bonjour, Tristesse

Eine Stunde später fühlen wir uns bereit für den Abstieg. Von den Menschenmassen, die zur Brockenbahn wollen, lassen wir uns vorwärts treiben. Doch selbst hinter dem Bahnhof ist immer noch viel los. Menschen mit allerlei Schuharten, die lediglich gemeinsam haben, dass sie zum Wandern ungeeignet sind (Stichwort Flipflops) mühen sich auf- und abwärts. Angesichts der Prozession derer, die schnaufend auf dem Weg nach oben ist, sind wir froh, so früh dort gewesen zu sein.

Uns kommt eine Kutsche entgegen. Mit Blick auf die armen Pferde, die das faule Volk nach oben karren, zischt meine Freundin den Insassen zu, sie mögen doch bitte ihre eigenen Füße benutzen, um hinaufzukommen, das würde ihnen sowieso mal gut tun. Ich muss grinsen. Julie ist für gewöhnlich ein ausgeglichener, herzlicher und freundlicher Mensch, aber wenn sie sich über etwas richtig ärgert, wacht ein kleiner, schlummernder Teufel auf und macht sich Luft. Mit Blick auf die armen Pferde und die beleibten Insassen stimme ich ihr aus vollem Herzen zu.

Bald sind wir wieder allein. Die Touristen wählen andere Wege. Unser Weg bleibt eine Asphalthölle. Im Rückblick ist dies für mich eins der eintöngisten Stücke auf dem gesamten Hexen-Stieg. Die Brockenstraße bleibt länger als mir lieb ist unser Begleiter. Und auch, als wir endlich abbiegen, kommt bei mir keine wirkliche Freude auf.

Wir latschen abwärts in der prallen Sonne, flankiert von kahlen, toten Bäumen und abgesägten Stämmen am Wegesrand. Es ermüdet mich fürchterlich. Julie hingegen ist gut drauf, spricht mir gut zu und wartet geduldig, bis ich meine Frust-Zigarette geraucht und die Socken gewechselt habe. Wie gut, dass ich nicht alleine unterwegs bin. Da wäre ich hier schwerer wieder weggekommen.

Ach, ist das so?

In der Zeit überholt uns die nervige Vierergruppe, die wir zuvor mühsam losgeworden sind. Sie liefen laut schnatternd und sehr gemütlich vor uns her, dabei immer alle nebeneinander. Selbst als wir an ihnen vorbei waren, konnten wir sie noch lange hören. Nun sind sie also wieder vor uns. Toll.

Banküberfall und Sitzblockade

Immerhin heitern mich die vielen Schmetterlinge am Wegesrande auf. Sie sind mir bereits beim Aufstieg aufgefallen. Darunter waren verschiedene orangefarbige, die ich vorher noch nie gesehen habe. Diesmal ist es ein Pfauenauge, das für ein paar Minuten mit uns mitwandert und immer wieder auf den violetten Blümchen neben uns pausiert, bis auch wir so weit sind.

Endlich tauchen wir wieder in richtigen Wald ein. Der Schatten tut mir gut und meine Laune bessert sich. Wir finden eine Bank samt Tisch. Das ist unsere. Bänke sind am Hexenstieg wirklich selten. Wie schön, dass ein so passendes Exemplar ausgerechnet hier auf uns wartet. Wir haben außer dem Frühstück und dem Brocken-Milchkaffee nichts im Magen, und es ist bereits kurz vor Zwei.

Mit hochgelegten Beinen lassen wir es uns gut gehen. Ich bin froh, dass ich auf Julie gehört habe und mir trotz Verbot im Frühstücksraum ein Brötchen geschmiert habe. Wir verputzen es genüsslich und beobachten einen Großvater, der mit seinem Enkel vorbeispaziert. Sie schauen ziemlich sehnsüchtig auf unsere Bank. Wir hingegen lassen uns davon nicht beirren. First come, first serve. Wir haben uns das Plätzchen redlich verdient.

Querfeldein

Nach einer halben Stunde geben wir die Bank schweren Herzens wieder frei. Nur wenige Schmetterlinge, tote Bäume und zwitschernde Vögel später werden wir belohnt. Wir erreichen eine idyllische Wiese. Der Weg führt uns querfeldein. Ich bin inzwischen wieder hundertprozentig in meiner Komfortzone angekommen. Wie schön es hier ist, zumal wir die ganze Herrlichkeit für uns allein haben.

Wie schon am ersten Tag stehen überall die hochgewachsenen, violetten Kerzen (wer weiß, was das für Blumen sind?) und auch die kleinen, knubbeligen pink farbigen Kollegen, die ich erst für Disteln hielt, sehen wir wieder.

Sie faszinieren mich besonders, da ihre Knospen von einem Netz überzogen sind, das auf den ersten Blick wie ein Spinnennetz aussieht. Da wir es aber immer wieder sehen, gehe ich davon aus, dass es dazugehört und weder auf Spinnen noch Schädlingsbefall zurückzuführen ist. Für sachdienliche Hinweise bin ich jedoch offen. Meinen Recherchen zufolge muss es sich – wie passend auf dem Hexenstieg – um Teufelsabbiss handeln.

Die Stimmung knickt

Es bleibt noch ein Weilchen idyllisch. Fichtenwälder mit kleinen Flüssen verschönern uns den Tag.

 

Doch jedes Hoch geht einmal zu Ende. Schließlich befinden wir uns gerade irgendwo oberhalb von Elend (ja, so heißt der Ort).

Der Weg macht eine Biegung und schickt uns auf einem Geröllpfad, der bestenfalls Wirtschaftsweg genannt werden kann, nach unten. Julie rutscht nur kurz der Fuß weg. Doch der Fehltritt reicht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Meine Freundin stöhnt auf. Ihr Knie schmerzt. Ausgerechnet jetzt, wo wir abwärts müssen. Sie beißt die Zähne zusammen, aber ich sehe, dass es wenig amüsant ist.

Langsam gehen wir weiter. Schritt für Schritt über lockere Steine. Links von uns ist viel abgeholzt worden. Das Baumschlachtfeld passt zu unserer Stimmung. Als wir gegen vier zwischen Feldern endlich eine Siedlung erspähen, wähne ich mich schon am Ziel. Weit gefehlt. Es ist das Natur-Erlebniszentrum Hohnehof, an dem wir noch vorbeigeführt werden. Auf seinem Abenteuerspielplatz toben Kinder. Ich hätte inzwischen gern ein wenig ihrer Energie und Julie würde bestimmt glatt eins ihrer Knie nehmen.

Urlaub kostet extra

Meine Freundin quält sich weiter und will wissen, wie weit es noch ist. Dummerweise haben wir in der Einöde keinen Handyempfang. Ich kann es ihr nicht sagen. Die Wanderkarte ist im Rucksack, und es ist uns zu umständlich, diese zu bemühen. Weit kann es eigentlich nicht mehr sein, aber die Ungewissheit verbessert unsere Stimmung nicht unbedingt.

Eine halbe Stunde später haben wir es geschafft. Wir sind in Drei Annen Hohne. Nach unserem Hotel müssen wir nicht lange suchen. Von einem Ort zu sprechen, wäre wahrlich übertrieben. Es gibt neben vereinzelten Häusern den Bahnhof der Brockenbahn, einen Holzschuppen, in dem KUKKI tagsüber seine Erbsensuppe und Kesselgulasch kredenzt, zwei riesige Parkplätze und dann eben unser Hotel, das oberhalb des Bahnhofs thront und von seiner Größe völlig deplatziert wirkt.

An der Rezeption sind wir nur noch müde. Als die Dame von mir wissen möchte, ob wir beruflich oder privat hier seien, schaue ich doch arg erstaunt. Wir haben große Rucksäcke dabei und sind zu Fuß gekommen. Dreimal darfst du raten. Daraufhin schaut sie irritiert auf meine Buchung und erklärt, dass dann der Preis nicht gültig sei.

Ich fasse es nicht. Bei HRS habe ich irgendeinen Businesstarif, von dem ich dachte, dass er denen angeboten würde, die häufig dort buchen. Mir schwebte ein Loyalty Programm vor. Offensichtlich verpflichtet einen dieser Tarif aber, geschäftlich unterwegs zu sein.

So erhöht sich der Zimmerpreis noch mal um zehn Euro, dabei ist es sowieso schon das mit Abstand teuerste. Hundert Euro für Bett und Frühstück finde ich wirklich happig, dafür dass wir eigentlich nur ein Dach über dem Kopf haben wollen.  Ich ärgere mich auf dem Weg in unser Zimmer. Ich hätte einfach sagen sollen, dass ich sehr wohl beruflich da bin und hätte den Blog ins Feld führen können. Wieder was gelernt.

Erbsensuppe aufs Zimmer

Unser Schnäppchen ist leider absoluter Durchschnitt. Das Zimmer ist in nikotinartigen Gelbtönen mit dunkelgrünen Akzenten gehalten. Es wirkt alles etwas angestaubt. Die Tapete löst sich an manchen Stellen leicht von der Wand. Die Farbenkombination erinnert mich irgendwie an Erbsensuppe. Oder liegt das am bleibenden Eindruck, den KUKKI am Parkplatz gemacht hat?

Aber es gibt ein gemütliches Bett, auf das wir beide kurz darauf sinken. Julie massiert ihr Knie und reibt es mit allem ein, was sie zur Verfügung hat. „Wenn das morgen nicht besser ist, kann ich dir nicht versprechen, dass ich weitergehen kann,“ murmelt sie. Ich hoffe das Beste. Für heute sind wir durch, hoffentlich regeneriert sie sich über Nacht.

Den Rest des Tages lassen wir frisch geduscht auf der Terrasse des Hotelrestaurants in der Abendsonne ausklingen. Nach einem Grapefruit-Bier sind wir wieder halbwegs in Form. Die Bedienung ist sehr nett und das Essen wirklich ganz hervorragend. In Ermangelung von Entschlussfreudigkeit teilen Julie und ich uns die zwei Gerichte, zwischen den wir schwankten. Die Serviettenknödel mit Champignons in Kräuterrahm sind super, die Kräuterspätzle mit Rosmarin und Thymian ein absolutes Gedicht. Sie machen meinen Ärger über die Preispolitik am Empfang wett.

Wer sind die Drei Annen?

Die Speisekarte informiert uns übrigens beiläufig über die Namensgebung der Ortschaft. Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode erstand hier in der Gegend drei Kuxe, ein ideeller Anteil an einem Bergwerk. Da seine Mutter, seine gerade geborene Tochter und auch seine Nicht Anna hießen, ergab sich der Name Drei Annen.

Satt und zufrieden lassen wir den Abend bei einem weiteren Getränk ausklingen. Morgen erwartet uns auf dem Weg nach Rübeland ein großer Stausee sowie ein Wasserfall. In Rübeland haben wir ein Zimmer in der Harzbaude Susanne. Ich bin gespannt, was uns da erwartet. Allein der Name klingt für mich Wessi nach östlichem Abenteuer.

Video-Exkurs

Wenn du dir einen Eindruck der heutigen Etappe (oder dem ganzen Hexenstieg) machen willst, dann schau mal bei Alex vom Blog Bergreif vorbei. Er hat in seinen Beitrag ein Video eingebaut – etwa von Minute 7:30 bis 10:00 läufst du auf meiner heutigen Etappe mit.

Kommentare und Ergänzungen

Warst du schon auf dem Brocken? Wie gefällt dir dieser deutscheste aller Berge? Hattest du wie Julie und ich das Glück, einen der wenigen Tage mit Sonnenschein zu erwischen oder warst du im Nebel dort und hast die magische Stimmung eingefangen? Bist du vielleicht auch den ganzen Hexenstieg gelaufen? Ich freue mich wie immer, wenn du deine eigenen Erlebnisse teilst oder dich mit einem Kommentar zu meinem Beitrag verewigst.

Zeitreise

Vorwärts: Willst du wissen, wie es weitergeht? Dann komm mit von Drei Annen Hohne nach Rübeland und triff Schatzsucher, Vogelforscher und Waldteufel, begutachte den Tröpfchenfall von Königshütte und schau, wie der Hexe die Hand in der Popcorn-Tüte steckenbleibt, weil wir uns so talentiert anstellen auf dem Weg zu den acht Köstlichkeiten Rübelands.

Rückwärts: Hast du verpasst, wie wir gestern als Schlümpfe verkleidet zwischen Wasserknechten und Wölfen unterwegs waren? Dann komm noch mal mit von Altenau nach Torfhaus und sei dabei, wenn wir die sportliche Wäscheleine erfinden und beschließen, unseren Erstgeborenen auf keinen Fall Marvin zu nennen.

Willst du zurück auf Los und den Hexenstieg von Beginn an mit mir laufen? Dann geht es hier zu Etappe Eins

Ich muss das weitersagen

11 Gedanken zu „Harzer-Hexen-Stieg #3: Von Torfhaus nach Drei Annen Hohne&8220;

  1. Liebe Audrey, die hohen lilafarbenen Blumen mit den glockenförmigen oder hutartigen Blüten ist der Fingerhut. Der wurde uns Kindern schon früh gezeigt, da er giftig ist und angeblich schon das Anfassen und Finger-in-den-Mund vermieden werden sollte. Nichtsdestotrotz eine wunderschöne Pflanze.

  2. Liebe Audrey, mich hätte beim Abstieg fast ein Mountainbiker erlegt. Die kamen mit Vollgas die Straße runtergebrettert. Etwas später hatte ich das Glück, auf den Brocken Benno zu stoßen. Der hatte viel zu erzählen und dadurch war die Straße nicht mehr so eintönig. Ich war damals im Museum und habe auch da oben Rast gemacht. Da war ich ziemlich allein. Weil ich in Königshütte übernachtet habe, war es interessant, über eure Übernachtung zu lesen, an die ich auch erst gedacht hatte. Bin auf nächste Woche gespannt, ob ihr auch auf der Hängebrücke ward.

    Bis dahin,

    Grüße Andreas

  3. Liebe Audrey
    Endlich! die Musse gefunden, deinen obigen Eintrag zu lesen. So quicklebendig geschrieben – da könnte kein Film mithalten. Super. Ich kann mir nun die total unbekannte Gegend gut vorstellen. Die / der Brocken erinnert mich an den Aubrac an der Via Podiensis mit seinen urtümlichen Gesteinsbrocken.
    Weiter so!
    Josef

    1. Lieber Josef,
      Quicklebendig gefällt mir sehr – das war ja Sinn und Zweck der Übung. Schön, dass es mir gelungen ist, Dir ein wenig Ein- und Überblick zu verschaffen. Es kommen noch drei Wandertage, dann sind wir am Ziel 😊
      Freue mich, wenn du weiter mitliest.

  4. Na ja, Panzer sind auf den sog. Kollonnenwegen nicht gefahren.

    Zum Örtchen Elend und dem nahegelegenen Sorge, gab es früher einen Witz: Stehst Du auf dem Brocken und schaust nach Westen, siehst Du Torfhaus; schaust Du nach Osten, siehst Du nur Elend und Sorge.“

  5. Die Straße auf den Brocken, die Massen an Ausflüglern auf den Berg bringt, scheint der Wermutstropfen bei schönem Wetter zu sein. Man will dann eher früher als später wieder abhauen, was aber dann überfordertes Hüttenpersonal wiederum vereitelt. Habe durch deinen im wie gewohnt lebhaften Stil gehaltenen Beitrag wieder einiges über den Steig gelernt und freu mich schon aufs Weiterlesen.

    Liebe Grüße,
    Bernhard

    1. Das stimmt wohl – der Brocken ist einfach ein beliebtes Ausflugsziel. Aber das war – bis auf die letzten Kilometer vor Thale tatsächlich das einzige Stück, an dem viel Betrieb war. Ansonsten haben wir, wenn es hoch kommt, pro Tag 10 Menschen getroffen 🙂

Und was sagst Du?