Fremdgehen mit… Felix, 29, Berlin

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In der 6. Ausgabe von „Fremdgehen mit...“ erzählt Felix, 29, aus Berlin von von 900 km Camino del Norte, von emotionalen Rucksäcken, einer Nacht am Strand und seiner Rückreise zu sich selbst, zu Felix, dem Glücklichen. #CaminoDelNorte #Camino #Erfahrungsbericht #Blogprojekt #Jakobsweg #Caminofrances #Caminhoportugues #läuftbeiihr

Fremdgehen mit Felix  – oder ein Camino zwischen emotionalen Rucksäcken, Kuschelhöhlen mit Mamma-Mia-Beschallung, einer Nacht am Strand, gefühlvollem Orangensaft, der Verhöhnung des Meers und der Rückreise zu sich selbst, zu Felix, dem Glücklichen

Wer ist Felix und wie kommt er ins Wanderland?

Felix ist der erste Teilnehmer dieses kleinen Projekts, der weder mich noch meinen Blog kannte. Ich hingegen kenne Felix. Zumindest bilde ich mir das ein. Der Berliner hielt im Juni die Facebook-Gruppe für den Camino del Norte mit seinen täglichen, von Woche zu Woche länger werdenden Berichten bei Laune. Wir litten, lachten und liefen mit ihm von Irún bis Santiago und dann weiter nach Muxía und Fisterra.

Felix selbst war ein wenig überrascht von der Resonanz, die er erzeugte. Das waren doch nur Worte, die er da in den Äther schickte? Und der Äther? Der reagierte mit Aufmunterungen, Tipps und sehr viel positivem Feedback. Er inspiriere, mache Mut und sei einfach ein cooler Dude, der tolle Geschichten erzählen könne, ließ man ihn wissen.

Ausgerechnet er, der mit einem, wie er selbst sagt, riesigen Rucksack voller unverarbeiteter Emotionen auf diesen Trip gestartet war und dem irgendwo auf seinem Weg im Jahr zuvor sein Selbstwertgefühl abhanden gekommen war, so dass er völlig am Boden war, bekam so viele positiven Rückmeldungen. 

Die Entscheidung, den Camino zu laufen, traf Felix schnell. Knapp vier Monate lagen zwischen der Idee und der Umsetzung. Mehr als einmal fragte er sich dazwischen, ob er eigentlich noch ganz dicht sei. Er glaubte lange selbst nicht so recht an sein Unterfangen. Um genau zu sein bis zu dem Tag, an dem er den ersten Euro in die Reise investierte. Er bestellte sein Credencial, den Pilgerausweis. Jetzt, wo er Geld ausgegeben hatte, wurde es real. Er würde es also wirklich tun.

Auf dem Weg zum Flughafen Schönefeld dann ein letzter Moment des Zögerns. Er war so früh dran, dass er noch schnell einen Abstecher zum Decathlon machte, weil ihm abends aufgefallen war, dass er keinen kleinen Tagesrucksack hatte. Nach getätigtem Kauf zurück an der Haltestelle war die S-Bahn gerade gefahren. Felix blieben 13 Minuten bis zur nächsten. 13 Minuten, in denen noch einmal das ganze Kopfkino lief: War er verrückt? Er könnte doch auch hier bleiben!  Berlin war auch schön. Würde er das packen? Wollte er das wirklich? Und dann kam Gott sei Dank die S-Bahn und Felix stieg ein.

Bei „Fremdgehen mit…“ bleibt der Berliner seinem Erzählstil treu. Er ist kein Mann für kurz und knapp, sondern ein Freund kleiner Details. Und so ist sein Bericht mit Abstand der längste, den ich bisher im Angebot habe. Freut euch auf Felix‘ wortwörtliche Reise zu sich selbst, denn was heißt Felix anderes als „der Glückliche“?

 

Harte Fakten & Standardfragen

Alle Pilger, die sich in diesem Projekt zu Wort melden, beantworten mir fünf feststehende Fragen und verraten natürlich kurz, wer sie sind und wann sie auf welchem Camino unterwegs waren.

Dann schauen wir uns doch mal an, mit wem wir es heute zu tun haben:

Ein Mann, ein Bart. Felix mit seinem persönlichen Pilgerschmuck

 

Wer bist du?

Felix, 29 Jahre, aus Berlin

Welchen Camino bist du wann gelaufen?

  • Camino del Norte von Irún über Santiago und Muxía bis Fisterra (Juni 2019, ca. 940 km)

Mit wem warst du unterwegs?

Ich bin ohne mir bekannte Leute auf den Camino gestartet, war aber trotzdem nicht allein, denn ich hatte ausreichend Ängste, Zweifel, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche bei mir. Nach ein paar Tagen umgaben mich dann Leute, die mich lange begleitet haben. Wirklich allein gefühlt habe ich mich daher selten.

Wieso bist du den Jakobsweg gegangen?

Ich hatte das Gefühl, ich wäre mir diese Zeit für mich selbst schuldig.

Um das zu erklären, muss ich etwas ausholen und versuche zeitgleich, nicht wie jemand zu klingen, der verbittert nachtritt. Mehr als neun Jahre war ich in einer Beziehung mit einer Frau, die in ihrem Leben mit heftigen Problemen zu kämpfen hatte. Für mich als Freund war klar, dass ich ihr helfen wollte, diese Dämonen zu besiegen. Ich investierte viel Kraft und Energie. Mein Wunsch war, meine Partnerin einmal wirklich frei und glücklich zu erleben, und ich hoffte, wenn ich nur lange genug an ihrer Seite wäre, wenn ich sie unterstützen und ihr Mut zusprechen würde, sie irgendwann wagen würde, sich ihren Problemen zu stellen.

Ich klammerte mich an die Vorstellung, dass, wenn ich nur genug gäbe, morgen vielleicht dieser Tag sei und wenn nicht, dann müsste ich morgen einfach noch mehr geben, damit es vielleicht übermorgen geschähe. Ich war wie jemand, der sich in die Fluten stürzt, um einen Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren und dabei sein eigenes Untergehen billigend in Kauf nimmt.

Ihr zu helfen, wurde mein Lebenssinn. Ich musste funktionieren und gab alles, was ich hatte, bis ich 2018 schließlich selbst zusammenbrach. Nichts ging mehr, die Kraft war aufgebraucht. Es gab Abende, an denen ich nicht mehr aufwachen wollte. Ich brauchte Zeit für mich und äußerte das. Wenig später verließ sie mich, und ich war am absoluten Tiefpunkt. Ich konnte nicht essen, verlor zwölf Kilo, fühlte mich wie ein Abhängiger auf kaltem Entzug. Da war nichts mehr übrig, nur noch ein Haufen Asche.

Aber ich gab nicht auf. Schritt für Schritt kämpfte ich mich, auch dank der Unterstützung meiner Freunde und Familie, aus diesem Loch. Ich hatte ein Ziel vor Augen: endlich mein Studium beenden und mir dann Zeit für mich und all die unverarbeiteten Emotionen und Gefühle nehmen. Ich hatte mich lange genug selbst vernachlässigt.

Durch Zufall thematisierte jemand den Jakobsweg. Die Faszination war da und ich schaute mir Bilder an. Da ich Ruhe und Zeit für mich suchte und das Meer eine große Faszination auf mich ausübt, fiel die Entscheidung zugunsten des Camino del Norte. Vier Monate später, im  Juni 2019, machten sich ich und der riesige Rucksack an emotionalem Ballast auf den Weg.

Was war dein schönster Moment?

Auf diese Frage fallen mir spontan so viele Momente ein, dass ich ein wenig schummle und ein paar nennenswerte, kleine Highlights durch die Hintertür schiebe:

  • Das erste Mal den Mut haben, die gelben Pfeile gelbe Pfeile sein zu lassen und einem Weg folgen, einfach nur, weil er schön aussieht
  • Im Sonnenaufgang an den Klippen des Meeres stehen und laut singen
  • Vier winzige Erdbeeren am Wegesrand finden
  • Mit Adriana und Amalka, meinen tschechischen Mitpilgerinnen, Handtücher um ein Stockbett drapieren, sich dann zu dritt auf eine Matratze quetschen, den Film Mamma Mia schauen und laut mitsingen
  • Mit genau diesen beiden Ladies am Strand übernachten
  • Allein in Santoña am Faro de Caballo stehen und jubelnd ins Wasser springen (verdrängend, dass man anschließend 700 Stufen aufwärts muss)
Einfach mal treiben lassen. Der Umweg hat sich gelohnt. Mit einem lauten Jubelschrei sprang er ins Wasser, nicht ganz so laut jubelnd ging es anschließend 700 Stufen wieder hoch.

Soviel zu meinen kleinen Lieblingsmomenten.

Meinen schönsten und wichtigsten Moment erlebte ich am Ende meiner Reise in Muxía. Auf den Felsen stehend blickte ich auf das Wasser, als sich plötzlich der Himmel verdunkelte und ein Regenschauer niederging. Alle anderen stellten sich irgendwo unter, ich blieb. Alleine auf den Felsen, vor mir nur das Meer.

Ich hatte alles geschafft. Angefangen von meinem ersten Ziel, wenigstens 100 Kilometer zu laufen, war ich bis nach Santiago gekommen und hatte meinen Geburtstag hier in Muxía gefeiert. Von allen Leuten, die mir wichtig waren, hatte ich mich verabschieden können, hatte alles erlebt, was ich erleben wollte, den riesigen Rucksack an emotionalem Ballast auf meinem Weg immer mehr aufgeräumt und hatte zu mir gefunden. Ich war am Ziel.

Und so breitete ich die Arme aus, spürte wie der Regen mich vollkommen durchnässte und lachte. Das Wasser wogte gegen den Felsen und umspülte meine Füße. „Ist das alles, was du zu bieten hast? Damit willst du gegen mich ankommen?“ verhöhnte ich das Meer, während ich inmitten des Regens und der Wellen stand.

Ich war mehr als 900 Kilometer gelaufen, hatte mich aus einem Haufen Asche wieder aufgebaut. Was konnte ein bisschen Wasser daran ändern? Mich würde so schnell nichts mehr umwerfen. Ich war angekommen – bei mir! Nachdem ich ein Jahr zuvor am völligen Tiefpunkt gewesen war, stand ich hier am Ende meines ersten Caminos: stolz, mir selbst ein Freund und einfach nur glücklich.

Lucky Shot – ein spanischer Fotograf hat Felix in Muxía zufällig auf den Felsen fotografiert. Vor wenigen Tagen hat er ihm das Bild geschickt.

Was war dein schlimmstes Erlebnis?

Mir fallen zwei Momente ein, wobei der zweite im Nachhinein betrachtet auch leicht zu den schönsten zählen könnte.

Mein erster Tiefpunkt kam gleich am Ende von Tag Eins. Ich war „nur“ 19 Kilometer nach Pasaia gelaufen und nicht wie die meisten anderen direkt 27 Kilometer bis San Sebastián. Grund genug, mich ein bisschen selbst fertigzumachen. Alle anderen waren besser, ich würde versagen, es nie schaffen.

Als ich am nächsten Tag startete, merkte ich schnell, dass ich erkältet war. Mein Hals tat weh, die Augen schmerzten, ich fühlte mich matschig. Ich schleppte mich die acht Kilometer nach San Sebastian und buchte ein Hostel, um mich zu pflegen.

Das Zimmer stand erst ab 15 Uhr zur Verfügung. Mein schlechtes Gewissen zwang mich, mir die Stadt anzuschauen. Jetzt, wo ich einmal hier war, konnte ich nicht einfach rumsitzen. Die Stadt sei angeblich ganz toll, hieß es, also ging ich los und schaute sie mir an. Schnell war ich überfordert. Es war laut, und das Prinzip der Pintxos (Tapas) erklärte sich mir nicht. Preise gab es keine und außerdem wollte ich etwas Richtiges essen, nicht nur einen Happen. Das war alles viel zu viel für mich. Zu allem Überfluss begann auch noch mein Knie zu schmerzen. Völlig frustriert saß ich irgendwo in San Sebastian, drei Kilometer von meinem Hostel entfernt. Die Distanz schien mir schier unüberwindbar. Ich war total am Ende.

Groß ankündigen, den Camino zu laufen und am zweiten Tag schon unter Knieschmerzen leiden. War ja klar, dass das eine bescheuerte Idee war. Wieso hatte ich überhaupt geglaubt, das schaffen zu können? Ich hatte in den Jahren zuvor ja nicht mal wirklich Sport gemacht. Es war doch offensichtlich, dass ich versagen würde. Meine negativen Gedanken überschwemmten mich, während ich Schritt für Schritt in Richtung Hostel ging.

Ich entschied mich für den kürzeren Weg am Strand entlang. Außerdem hoffte ich, dass Laufen auf Sand angenehmer für das Knie wäre und holte meine Geheimwaffe, Musik, aus der Tasche. Das Handy rutschte mir aus der Hand und landete mitten auf dem Strand, alle Anschlüsse sofort randvoll mit Sand. Ich hätte heulen können. Ich hasste alles, hätte das Telefon am liebsten ins Meer gepfeffert, alles zusammengeschrien, meinen Rucksack verbrannt und diesen beschissenen Camino links liegen lassen.

Stattdessen kämpfte ich mich zum Hostel, legte mich aufs Bett und pflegte mich zwei Tage. Als ich wieder gesund war, traf ich in der nächsten Albergue in Orio drei Menschen, die mich trotz mancher Pause bis ans Ende meines Caminos begleiten sollten: Andi aus Dresden, Daniel aus Ungarn und Liubov aus Russland.

Das zweite Erlebnis war nicht schlimm im klassischen Sinne, aber es war unglaublich kräftezehrend. An jenem Tag standen 29 Kilometer an. Für mich war das nach guten zwei Wochen sehr viel. Bereits nach 15 Minuten merkte ich, dass es heute anstrengend für mich werden würde. All die Emotionen und Gefühle, die Schmerzen, Verletzungen, die Wut und Trauer, die ich mit auf den Camino genommen hatte, wollten genau jetzt bearbeitet werden. Das konnte ja heiter werden.

Nach einer Stunde war es dann so weit. Ich hörte ein Lied, von dem ich wusste, dass es mir diesen letzten kleinen Schupser geben würde. Alle Dämme brachen. Ich weiß nicht, wie viel Zeit verging, aber während sich mein Körper wie auf Autopilot fortbewegte, flossen mir die Tränen übers Gesicht. Was um mich herum geschah? Keine Ahnung. Linker Fuß, rechter Fuß. Ich war völlig in meinen Emotionen. Meine Tränen wollten gar nicht mehr aufhören, und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als mich einfach an jemanden anzulehnen.

Als ich schließlich nach Stunden die Albergue in Comillas erreichte, war ich total erschöpft aber glücklich. Ich hatte es geschafft und den härtesten Tag auf meinem Camino gemeistert. Ich wollte nur noch ins Bett und schlafen. Doch eine weitere Überraschung wartete auf mich: COMPLETO. Voll. Alles belegt. Es gab kein Bett mehr. Das konnte doch nicht wahr sein.

Ich hatte den Tag über kaum etwas gegessen, war emotional durch den Fleischwolf gedreht und saß mit leerem Blick in der Stadt, wo ich zum Glück Liubov traf. Sie hatte schon einen Camino hinter sich und kannte diese Situation. „Wir müssen weiter“, sagte sie. „Das sind noch elf beschissene Kilometer“, jammerte ich, „das schaffe ich niemals.“ Sie nahm mich unter ihre Fittiche, zauberte zwei Weinflaschen hervor und sagte: „Wir schaffen das!“

Was sich an dieses Gespräch anschloss, kann ich nicht mehr hundertprozentig wiedergeben. Ich weiß nur, dass es die gefühlt schnellsten elf Kilometer meines Caminos waren. Wir hatten während des Laufens sehr viel Spaß. Fotos verrieten später, dass ich mit meinem Rucksack auf einem Bein stehend auf einem Straßenpoller balanciert war, während meine Kumpanin unbedingt eine Straßenlaterne umarmen wollte.

In San Vicente de la Barquera  angekommen, irrten wir planlos umher und suchten die private Unterkunft, in der wir schlafen wollten. Es gab keine Schilder, und wir riefen verzweifelt Andi an, der bereits dort war. Als er mir den Weg zur Albergue beschreiben wollte (erste Kreuzung links, am Kreisverkehr zweite Ausfahrt usw.) unterbrach ich ihn. Wir seien mitten in der Stadt mit knapp 40 Kilometern in den Beinen, noch dazu ziemlich angetrunken. Er möge uns bitte abholen.

Andi erbarmte sich schließlich, nur um festzustellen, dass wir beide direkt vor dem Haus standen. Beim späteren Abendessen nickte ich dann einige Male fast über meinen Spaghetti ein. Ich war völlig erschöpft und trotzdem giggelte ich die ganze Zeit vor mich hin. Schließlich fiel ich ins Bett und schlief sofort ein. Der vielleicht schlimmste und beste Tag auf dem Camino zugleich.

Wie war das Ankommen in Santiago für dich?

Äußerst seltsam.

Bevor ich losgelaufen bin, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, tatsächlich bis nach Santiago zu kommen. Mein primäres Ziel war es, 100 Kilometer zu laufen. Schon das klang für mich wahnsinnig weit.

Als ich schließlich am letzten Abend in Monte do Gozo, fünf Kilometer vor Santiago, ankam, war ich über die Maßen glücklich. Ich saß auf dem Hügel mit dem Pilgerdenkmal, blickte auf die Stadt und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Ich, der vorher nicht wirklich Sport gemacht hatte, noch nie längere Zeit, geschweige denn mehrere Tage hintereinander, gelaufen war, der mit so viel emotionalem Gepäck gestartet war, hatte es geschafft. Unfassbar! Ich fühlte mich unbeschreiblich glücklich, grinste über beide Ohren und sang vor Freude.

Am nächsten Morgen ging ich mit Adriana (Teil der Mamma-Mia-Höhlen-Bande) gegen sechs Uhr los. Wir wollten früh nach Santiago kommen und in Ruhe Zeit vor der Kathedrale haben. Ich war aufgeregt und hibbelig wie ein Kind am Heiligabend. Gleich würde es so weit sein. Dieses Grinsen würde sich vermutlich in mein Gesicht einbrennen und es auf ewig zieren.

Unserer Freude trieb uns immer schneller in Richtung des großen Platzes. Unter dem Torbogen hindurch erreichten wir ihn schließlich und … nichts. Gar nichts. Keine Freude, kein Lachen, keine Trauer, keine Angst. Einfach nichts. Leere. Ein Kamerateam stand auf dem leeren Platz und filmte gerade einen Pilger/Schauspieler. „Spring nochmal hoch – die letzte Aufnahme war nichts.“ Sie nahmen die Mitte des Praza do Obradoiro ein, und wir standen ratlos daneben.

Als das Kamerateam endlich weg war, setzte ich mich auf den Boden und starrte die Kathedrale an. Nichts. Ich sollte doch irgendetwas fühlen, schoss es mir durch den Kopf. Wenn schon keine Freude, Trauer oder Glück, dann doch wenigstens etwas Profanes wie ein Hungergefühl, aber da war rein gar nichts. Adriana setzte sich neben mich. Auch sie fühlte nichts. Zusammen schauten wir auf die Kirche. Nach einigen Minuten durchbrach sie die Stille: „Mir fallen spontan etliche Momente auf dem Camino ein, an denen ich glücklicher war als jetzt.“

Wir machten uns auf, um die Compostela abzuholen. Die Atmosphäre im Pilgerbüro, das stark an ein Amt erinnert, erhellte unsere Stimmung auch nicht gerade. Anstehen, Wartenummer ziehen, aufgerufen  werden. Statt „Herzlichen Glückwunsch“ nur ein „Sie müssen auf den letzten 100 Kilometern zwei Stempel pro Tag holen, aber ich lasse das mal gelten.“ Wir gingen frühstücken. Endlich kamen kleine Gefühle – ich freute mich tatsächlich über meinen Orangensaft. Ich laufe also mehr als 800 Kilometer, erreiche Santiago und worüber ich mich freue, ist ein schnöder Orangensaft! Ein total seltsames Gefühl.

Es brauchte für mich den ganzen Tag, bevor ich realisierte, dass ich es geschafft hatte. Während ich ziellos durch die Stadt streifte, wuchsen Stolz und Freude zunehmend. Spätestens am Abend, als ich mit sechs Mitpilgern ein Feuerwerk betrachtete, waren auch endlich die Gefühle da: ich war unfassbar glücklich.

Felix mit dem Glücksbringer seines Lieblingssängers Glen Hasard, vor der Kathedrale in Santiago. Die Textzeile „May the song of good hope walk with you through everything“, steht auf dem Zettel

Der Jakobsweg in fünf Hashtags

#Freiheit, #Wiedergeburt, #Ehrlichkeit, #Begegnungsstätte, #Dankbarkeit

 

Die Qual-der-Wahl-Fragen

Kommen wir zu den fünf Fragen, die sich Felix aus einer Liste von 20 ausgesucht hat. Damit es von Woche zu Woche ein wenig Abwechslung gibt, sind die nämlich jedem Pilger selbst überlassen. Hier kommt seine Auswahl.

Welche war deine schönste Übernachtung und wieso?

Die schönste Übernachtung war kurz vor Ribadeo. Mit den Tschechinnen Adriana und Amalka war ich bereits seit mehreren Tagen unterwegs und plante jeden Abend die Albergue für den nächsten Tag. Als wir in La Caridad ankamen, war die örtliche Unterkunft bereits ausgebucht. Eine zweite Albergue hatte noch etliche freie Plätze, sprach uns aber irgendwie nicht so an. Zu dritt saßen wir in einem Café und überlegten.

Adriana hatte an diesem Tag mit Schmerzen zu kämpfen, viel weiter zu laufen wäre für sie nicht möglich. Unterkunft Nummer Zwei wäre also schon okay, zumal es auf den nächsten Kilometern abgesehen von einem Campingplatz nichts gab, dachten wir. „Und was wäre, wenn…“ begann Adriana auf einmal etwas auf ihrem Handy zu suchen. Gespannt warteten wir auf das, was nun käme. Sie erzählte, dass sie für diesen Camino einen Traum hatte: einmal am Strand übernachten. Es klang verlockend. Verrückt, aber verlockend.

Wir ließen uns von der Idee anstecken und begannen unsere Recherchen über die Strände in der Nähe. Stein- oder Sandstrand? Ist es ausreichend groß, auch wenn gerade Flut ist? Wann ist überhaupt Flut? Darf man legal am Strand übernachten? Ich war hin- und hergerissen zwischen dieser abenteuerlichen Idee und meinen üblichen Sorgen und Ängsten. Dankenswerterweise zogen mich die beiden mit ihrer positiv-optimistischen Art einfach mit.

Als wir dann unseren Strand erreichten, war uns allen schnell klar, dass es eine fantastische Idee war. Es war traumhaft schön, mit ausreichend Platz. Wir aßen am Strand, betrachteten den Sonnenuntergang, hüpften, rannten und sprangen im Sand umher, machten Fotos und feierten mit einigen Sangria in einer nahegelegenen Strandbar unsere ganz besondere Unterkunft.

Überglücklich hüpfen, tanzen und springen und dabei den Sonnenuntergang genießen, bevor es ins Bett am Strand geht.

Gegen Mitternacht gingen wir zurück und machten es uns bequem. Wir hörten noch etwas Musik und quatschten, bis uns das Rauschen der Wellen in den Schlaf wiegte. Das Aufwachen zu einem sich langsam färbenden Himmel direkt am Strand war am nächsten Morgen das I-Tüpfelchen dieser fantastischen Nacht.

Wovor hattest du die größte Angst?

Da es mein erster Camino war, hatte ich Sorgen vor vielen kleineren, aus heutiger Sicht total unwichtigen Dingen. Hatte ich irgendetwas total Offensichtliches nicht gekauft? Was, wenn ich mich verliefe? Würde mein Rücken Probleme machen? Passte ich mit meinen zwei Metern Körpergröße überhaupt in die Betten? Wären da nur ältere Leute oder gäbe es auch jüngere? Wie überlaufen würde es sein? Reichten meine rudimentären Spanischkenntnisse, die sich größtenteils aus Nahrungsmitteln und Liedtexten zusammensetzten? Was, wenn ich versagen und das nicht schaffen würde (worin genau ich dann versagt hätte, frage ich mich heute)?

Meine größte Angst war aber eindeutig die vor meinen eigenen Emotionen. Ich wusste, dass da einige unverarbeitete Dinge schlummerten und wollte diesen Trip machen, um mich genau damit auseinanderzusetzen und Frieden zu finden. Es war eine bewusste Entscheidung, aber die Angst davor war riesig.

En garde! Schöne Symbolik vor dem Guggenheim in Bilbao: Man muss sich seinen Dämonen stellen und sie bekämpfen, auch wenn sie riesig scheinen

Vor meinem geistigen Auge sah ich mich irgendwo in den Bergen sitzen. Schmerzgeplagt und nicht in der Lage weiterzulaufen, würde ein Gewitter aufziehen. Der Himmel würde sich verdunkeln, es würde wie aus Eimern gießen, und ich säße mitten im Nirgendwo, fände alles scheiße, wäre von Zweifeln zerfressen. Genau dann würden all die verdrängten Emotionen anklopfen und sagen, dass sie jetzt bearbeitet werden wollten. Ich säße dann durchnässt im Sturm, völlig am Boden, alles hassend und würde weinend in der Heimat anrufen und sagen, dass ich nicht mehr könne, nicht mehr wolle. Beide Situationen traten auf dem Weg ein, verliefen aber völlig anders.

Ich saß tatsächlich irgendwo in den Bergen, als meine Wade krampfte. Jeder Schritt war eine Qual. Ich brauchte eine Pause, da gab es kein Vertun. Kaum saß ich, zog innerhalb weniger Minuten dichter Nebel auf. Ich konnte maximal 30 Meter weit sehen, ein total surreales Gefühl. Es war fast komplett still, und ich war von allem abgeschnitten. Nur ein kleiner Pfad, etwas Gras und Dornenbüsche, ein Rucksack und ich selbst.

Doch trotz all der Zweifel und Sorgen in diesem Augenblick fühlte ich mich weder schlecht noch allein. Ich war bei mir. Etwas, das ich in den Jahren zuvor nicht gewesen war. Eine ähnliche Erkenntnis hatte ich am Tag, als die Emotionen kamen. Es war zwar niemand da, der mir in der Situation half, aber ich war nicht allein. Ich hatte mich selbst. Auf meinem Camino habe ich mich wiedergefunden und wurde mir selbst ein Freund. Ein grandioses Geschenk.

Welches Naturspektakel begleitet dich noch heute?

Das war in La Isla, wo ich Dahlia, Anne, Adriana und Andi, mit denen ich schon einige Tage zusammen verbracht hatte, wiedersah. Wir saßen abends im Garten und tranken ein Bier, während die Natur beschloss, uns ihre Schönheit um die Ohren zu pfeffern. Der heftige Regenschauer, der uns zuvor noch unter einen Regenschirm getrieben hatte, verzog sich, der Himmel brach auf, und ein Regenbogen war zu sehen. Wenige Minuten später wurde der Regenbogen von einem sich immer mehr orange und rot färbenden Abendhimmel verdrängt, und wir machten uns auf zum Strand.

Nur wenige Meter vom Ufer entfernt befand sich eine kleine Insel. Da die einsetzende Ebbe das Meer immer weiter zurückweichen ließ, müsste diese eigentlich schnell zu Fuß zu erreichen sein. Andi und ich waren die zwei Dummen mit dem einen Gedanken: „Wer zuerst an der Insel ist!“ Im nächsten Augenblick sprinteten wir los. Während mein Körper noch völlig irritiert war, dass er auf einmal rannte (woher kommt eigentlich die Energie für so was?), befanden wir uns schon bis zu den Waden im Wasser. Die drei Ladies waren uns auf den Fersen. Wenig später standen wir alle grinsend und lachend im Meer.

Auch wenn wir es aufgrund der spitzen Steine nicht bis zur Insel schafften, strahlte trotzdem jeder einzelne von uns vor Glück. Mitten im Sonnenuntergang bespritzten wir uns mit Wasser und lachten. Als wir dann noch feststellten, dass – wieso auch immer – die Haare der drei Frauen alle elektrisch aufgeladen nach oben standen, gab es kein Halten mehr. Wir hielten uns vor Lachen die Bäuche, komplett unbeschwert und glücklich. Es war einfach magisch.

Hattest du einen „Camino-Schatten“, eine Person, der du nach Möglichkeit aus dem Weg gegangen bist?

Es gab keinen konkreten Menschen, den ich gemieden hätte. Es gab jedoch bestimmte Personentypen, denen ich zeitweise aus dem Weg zu gehen versuchte. Am Anfang waren es „die Deutschen“, gefühlt überall, und sehr kontaktfreudig, sobald sie erfuhren, dass man selbst auch Deutscher war. Ihr Motto: Wir sprechen dieselbe Sprache, also müssen wir jetzt auch ganz viel miteinander reden. Ich hatte nichts gegen die Leute, aber ich suchte Einkehr. Außerdem war ich nicht nach Spanien geflogen, um in einer deutschen Gruppe über deutsche Politik, deutsche Nachrichten oder deutsches was auch immer zu reden.

Des Weiteren versuchte ich, dem „sich in den Mittelpunkt Dränger“ aus dem Weg zu gehen. Das ist ein Typ, der sich zu einer Gruppe setzt, das Gespräch an sich reißt, nicht zuhört und nur selbst erzählen oder eben auch prahlen will.

Und gegen Ende des Weges wich ich den Tourigrinos aus. Klar, niemand ist etwas Besseres, jeder geht seinen Weg auf seine Weise. Die Einstellung zum Thema Camino war jedoch bei vielen derer, die nur die letzten 100 Kilometer liefen, ihren Rucksack transportieren ließen und während des Laufens aus Boxen Musik hörten, eine völlig andere.

Generell war mein Interesse an neuen Kontakten gegen Ende des Caminos überschaubar. Ich hatte genug von den immer gleichen Gesprächsanfängen: Wo bist du losgelaufen? Was machst du beruflich? Warum läufst du den Camino? Gerade die letzte Frage ist eine, deren Faszination ich zwar absolut verstehe, die ich aber zugleich nicht ausstehen kann. Sie dringt sehr schnell in sehr intime Dinge ein, die man nicht mal eben jemanden erzählt, den man seit ein paar Minuten kennt.

Beeindruckt haben mich hingegen die Leute, die am Ende des Jakobsweges fragten: „Und, hast du gefunden, wonach du gesucht hast?“

Was war dein Camino-Song / Soundtrack und was verbindest du damit?

Oh Gott – ich liebe Musik. Sie macht einen großen Teil meines Lebens aus und daher gibt es auch nicht nur den einen Song sondern eine ganze Liste.

Dancing Queen (ABBA): Adriana, Amalka, ich und die Mamma-Mia-Höhle. Wir sangen laut dieses Lied mit und hatten noch beim Abendessen einen Ohrwurm. Unvergessen die verwirrte Frage eines Mitpilgers „Felix, bist du das, der da in der Höhle Dancing Queen singt?“

Come on Eileen (Dexy’s Midnight Runners): Adrianas Gute-Laune-Song. Wir liefen knapp drei Wochen zusammen. Wenn sie vor mir gerade mal wieder ausgelassen den Pilgerweg entlangtanzte, konnte man sich sicher sein, dass sie genau dieses Lied hörte.

Ain’t no Mountain High Enough (Marvin Gaye und Tammi Terrell): Meine beiden Tschechinnen und ich kämpften uns gerade einen Berg hinauf, als mir dieses Lied in den Sinn kam. Tanzend und singend kamen wir den Berg dann viel leichter hoch.

Piano Man (Billie Joel): In einer Albergue wurden wir von der Instrumentalversion dieses Liedes geweckt. Kurze Zeit später nahmen meine Gruppe und ich die zwei Berge vor Gijon in Angriff. Kein Problem dank der Kraft, die uns Billie Joel und sein Lied gaben, während wir es beim Laufen laut trällernd hörten.

Mad World (Gary Jules): Ich liebe Musik, ich liebe es zu singen, aber ich hasse es, das vor anderen Menschen zu tun. Viel zu sehr denke ich über alles nach und rede mich selbst schlecht. An diesem Abend saßen wir in einer Albergue. Einige Pilger schnappten sich eine Gitarre oder setzten sich ans Klavier und sangen ein paar Lieder – schräg, laut, aufdringlich, nervig. Auf dem Weg ins Bett mussten wir an der singenden Gruppe vorbei. Andi wurde zum Klavierspielen verdonnert und als er begann, Mad World zu spielen, setzte mein Denken aus. Ich wollte singen und mir war völlig egal, dass ich Zuhörer hatte. Denen wollte ich mal zeigen, wie guter Gesang geht und so spielte Andi und ich sang gefühlt zum ersten Mal vor mehreren Leuten. Ich war zufrieden und stolz auf mich.

Und jetzt kommen wir zu dem Musiker, der für mich unfassbar bedeutsam war: Glen Hansard, ein irischer Sänger, dessen Glücksbringer ich bei mir trug. Das wichtigste Camino-Lied ist von ihm. Es ist das Lied, das meinen Staudamm an Emotionen zum Einsturz brachte und heißt Fools Game.

Im ersten Teil klingt es leer, kraft- und hoffnungslos, fast schon desillusioniert, bis es nach etwas mehr als drei Minuten zu einem plötzlichen Crescendo kommt, bei dem man glauben könnte, dass neben dem Sänger auch jedes Musikinstrument Schmerz, Wut und Trauer herausschreie. Zum Ende hin wird es wieder ruhig, klein und zerbrechlich.

Vor meinem inneren Auge sehe ich immer jemanden einen Wasserfall herabstürzen. Alles ändert sich, man verliert die Übersicht, wo unten und oben ist und wird nie wieder dahin zurückkommen, wo man mal war. Gerade noch Schmerz und Wut, treibt man nun den wieder ruhigeren Fluss entlang, erschöpft, allein mit sich und der Zeit, die einen begleitet.

Am Ende des Liedes singt eine Frau auf Persisch. Die unbekannten Worte spenden Trost, halten einen und geben einem Zuversicht. Bei mir obsiegte irgendwann die Neugier, und ich suchte nach der Übersetzung ihres Textes. Sinngemäß bedeutet es: „Wie hätte ich ahnen können, dass mich dieser Traum so zerbrechen würde, mein Herz zerbricht und meine Tränen in Strömen fließen würden?“ und ja, das taten sie, als ich an jenem Tag dieses Lied hörte und meinen Wendepunkt einleitete.

Felix hat seine gesammelten, musikalischen Camino-Werke (und noch weitere Songs) übrigens hier bei Spotify zusammengestellt. Viel Spaß.

Letzte Worte bzw. was möchtest du anderen Pilgern mit auf den Weg geben?

Hier nun also meine letzte Chance, noch etwas Weises, Bedeutungsschwangeres zum Besten zu geben. Nun gut, das gilt für den Camino wie für das Leben:

Habe Mut, dir die Zeit zu schenken, sowohl für die positiven als auch für die negativen Augenblicke. Du musst nicht jeden Tag vorankommen, auch Rückschläge gehören dazu. Du musst nicht alles allein schaffen, und auch das ist völlig okay. Geh den Weg, der sich für dich richtig anfühlt, egal wie verrückt er vielleicht anderen erscheinen mag. Du bist toll, so wie du bist, und du hast es verdient, wahrlich glücklich zu sein. Viel Erfolg auf deinem Weg und – letzte Hommage an Glen Hansard: Möge das Lied der Zuversicht dich auf all deinen Wegen begleiten.

 

Kommentare, Fragen und Feedback

Hat dich Felix‘ Geschichte auch so berührt? Hast du dich schon einmal ganz bewusst deinen Ängsten gestellt? Gab es eine reiche Belohnung für den Mut?

Möchte man nicht sofort wieder los, wenn man seine Bilder sieht? Vor allem um die Übernachtung am Strand beneide ich ihn ein wenig, auch wenn ich mich vermutlich nicht sofort getraut hätte. Was war deine schönste Übernachtung?

Hast du Fragen an Felix? Stell sie gern in den Kommentaren. Ich bin mir sicher, er hat diesen Beitrag im Blick und beantwortet sie gern. 

Lust auf mehr Fremdgehen? Alle Gastbeiträge findest du hier

Weitere Eindrücke aus dem Wanderland

Du hast die Geschichte gelesen und würdest gern en détail wissen, wie sich so ein Weg anfühlt? Den Camino del Norte habe ich noch nicht zu Ende gelaufen, aber hier kannst du meine anderen Reisen Etappe für Etappe nachlesen:

Ich muss das weitersagen
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22 Gedanken zu „Fremdgehen mit… Felix, 29, Berlin&8220;

  1. Hallo, ich Habe jeden Bericht von Felix gelesen und verfolgt. Ich bin mit meiner Schwester im Mai von Frankfurt/Oder bis Hangelsberg den Jakobsweg gegangen, wir planen auch den Weg nach Santiago zu gehen. LG Inge Rudolph

    1. Hallo Inge,
      Plant ihr ihn dann von Hangelsberg aus weiterzulaufen bis Santiago (falls ja, dann schau dir mal den Beitrag von Jette an, die lief ab Stralsund)? Oder mit Start in Spanien?
      Wie auch immer – Buen Camino für dich,
      Audrey

  2. Liebe Audrey, Hi Felix,

    ich sitze hier bei Regen auf meinem Sofa und mein (Sonn-)Tag ist gerettet! Danke für die schönen Worte, ich habe das Gefühl selber wieder am Weg zu sein. Zumindest jeden Sonntag werde ich liebevoll daran erinnert wie glücklich ich mich schätzen darf Audrey dieses Jahr am Jakobsweg getroffen zu haben (… vergessen würde ich das eh nie und nimmer) und mit jedem Artikel kommt meine nächste Abreise im Mai 2020 Schritt für Schritt näher. Übrigens: Nachdem ich Deinen gesamten Blog ja ratzfatz durchgelesen habe, hatte ich ein bisschen Sorge ob „Fremdgehen mit ….“ sich auch so gut liest. Diese Sorge war – natürlich – unberechtigt und so steigt die Spannung jede Woche bis zum nächsten Artikel. Sei umarmt! LG M.

    1. Marie, ich freu mich jetzt schon, wenn hier irgendwann dein Bericht steht! Und natürlich wenn ich dann demnächst von unserem Norte erzähle und du und dein Ladekabel den Auftakt zu einer wunderbaren Begegnung bilden. Ich freu mich wahnsinnig, dass du immer noch gern mitliest, auch wenn ich dir Recht geben muss, dass das bei diesen Berichten nicht schwierig ist. Ich habe eben Glück mit den Projektteilnehmern 😉

  3. Ein sehr persönlicher,emotionaler und mitnehmend geschriebener Bericht. Ich bin gespannt auf meinen ersten Camino nächstes Jahr im Juli. Es wird Zeit.
    Liebe Grüße – Martina aus Berlin 😉

      1. Der Camino potugugies Central. Und in vier Jahren möchte ich den CF bis ans Ende der Welt 🌍 laufen. Eigentlich sollte der CF mein erster Camino werden ; seitdem ich mich dem Camino beschäftige, merkte ich das nicht mehr vier Jahre warten will/ kann.

  4. Lieber Felix, ich habe deinen wunderbaren Bericht mit Begeisterung gelesen und würde gerne meine Gedanken und Gefühle so ausdrücken können wie du das gemacht hast. Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße Maria

    1. Hallo Maria,

      vielen, vielen Dank!!!
      Ich war ziemlich nervös bevor der Bericht online gestellt wurde. Umso mehr freut es mich jetzt, dass tolle Feedback zu erleben.
      Wünsche dir alles Gute.

      Viele Grüße,
      Felix

  5. Einfach nur schön, alles von Felix seinem Weg ( auch zu sich selbst ) zu lesen. Hatte schon alles verfolgt was Felix jeden Tag geschrieben hat. Es ist eine tolle Idee so einen Blog zu starten, ich hoffe es kommen noch viele Geschichten dazu.
    Liebe Grüße
    Frank

    1. Hallo Frank,
      Danke für deine Nachricht. Ja, Felix gehörte hier definitiv rein. Allerdings würde ich vermutlich nicht extra einen Blog für andere starten. Ich dachte nur, nach 98 Beiträgen von mir, wäre es mal Zeit für einen kleinen Perspektivwechsel zwischendurch 🙂
      LG
      Audrey

        1. Dezenter Hinweis in eigener Sache oder so 😉
          Aber mal ernsthaft: ich bin wirklich saufroh, das gemacht zu haben. Es macht riesig Spaß, wobei es mir zunehmend in den Fingern juckt, wieder selbst zu schreiben 🙂

    1. Hallo Stefan.

      Vielen Dank für dein Feedback. Ich bin selbst ein wenig sprachlos ob des Feedbacks und es freut mich sehr, wenn ich Leute mit meinen Erfahrungen berühren kann 🙂

      Viele Grüße,
      Felix

  6. Danke, Felix. Ja, so ist der Camino, ein Zauber- und Lebensweg. Eigentlich wollte ich nach 11 Caminos Abschied nehmen und nur noch auf Opatour gehen (Camino ingles) Aber ich fühle mich noch nicht alt genug und so traue ich mich nächstes Jahr doch noch auf den Norte, wenigstens ein Stück … und das Glück (Felix) geniessen, bei mir zuhause zu sein

  7. Wie hier auch schon im Bericht angesprochen liebe ich Musik und habe daher auch meine Camino Playlist an Audrey gesendet. Diese setzt sich zusammen aus Liedern aus dem Bericht aber auch sehr vielen Liedern, die den Rahmen des Berichtes gesprengt hätten.
    Die Lieder sind nicht speziell sortiert und können daher ganz einfach kreuz und quer gehört werden – falls jemand Interesse hat, kann gerne reingehört werden 🙂

    https://open.spotify.com/user/4ofyypqwnkizfz2338jdy4p99/playlist/48V6kbsifgGw3jaqNS5os9?si=2ECOnsrQQ0m3t1vbqXfmRQ&fbclid=IwAR1o0K3OnGhwsNeYPSLdYXV7RqHj9BqdVL4msNOH_nK2NoNQhw5EEvHp-pA

  8. Danke Felix, für deinen Bericht! Er ist voller Demut vor den eigenen Gefühlen, Kraft und Lebensfreude. So wie jeder Camino und das Leben selbst 🙂 Man merkt wie viel Spaß dir der Camino und auch das Schreiben darüber gemacht hat.

    Und wie würde ABBA singen: Thank you for the music 😉
    Buen Camino und LG aus Berlin
    Katalin

    1. Hallo Katalin,

      Vielen Dank für deine lieben Worte und ja, sowohl der Camino als auch das Schreiben haben mir unfassbar viel Spaß bereitet. Umso schöner zu sehen, dass sich auch noch andere daran erfreuen können. 🙂

      Viele Grüße,
      Felix

  9. Hallo Felix, mein gelaufener Camino war für mich die Brücke zwischen zwei Lebensabschnitten, daher kanni ch viel von dem was du berichtest nachvollziehen.

Und was sagst Du?