Camino Frances #20: Von San Nicolás nach Fromista

Etappe 17 auf dem Jakobsweg: ich frühstücke bei den sieben Zwergen, denke über eine Zweitkarriere als Glücksbringer nach, inspiziere ein mittelalterliches, hängendes Gelöt und beschwöre einen Camino-Schatten herbei (16. Mai 2016 – 17 Kilometer)

img_3759Die Ankündigungen von gestern Abend, dass es in der Herberge kühl wird, waren nicht übertrieben. Ich habe mir wahrlich den A… abgefroren. Die Nacht war auch sonst eher herausfordernd, denn das Bett war viel zu kurz für mich und in Kombination mit der Kälte kein wirklicher Spaß.

Frühstück bei den sieben Zwergen

Als es um mich herum zu wuseln beginnt, öffne ich widerwillig die Augen. Neben unserem Bett brennt eine Kerze und nebenan huschen unsere Hospitaleros mit Stirnlampen und Laternen bewaffnet durch den Essbereich und decken leise den Tisch. Ich fühle mich wie Schneewittchen.

Es ist 6:30 Uhr und meine Laune ist recht überschaubar, wie so häufig an Morgen nach einer Nacht mit wenig Schlaf. Ich verschwinde Richtung Bad und lasse mir Zeit. Mir ist gerade überhaupt nicht nach Gesellschaft und egal, wie schön es eigentlich ist, mal vor dem Losgehen versorgt zu werden, so zuwider ist mir gerade die Vorstellung von Gesprächen am Frühstückstisch.img_3760

Es nützt nichts. Ich kann mich hier nicht dauerhaft verschanzen. Außerdem gibt es sicher Kaffee und so trolle ich mich rein. Am Tisch wird fröhlich geschnattert, und es ist noch Platz zwischen Sabine und dem Franko-Kanadier. Letzterer nutzt sogleich die Gelegenheit für ein Gespräch und textet mich dicht. Bei mir reicht es nur zu einem Fauchen: „No Talk!“

Meine Mutter wird diese Reaktion kennen. Sie hat sehr, sehr lange gebraucht, um einzusehen, dass ich vor der ersten Tasse Kaffee zu nichts zu gebrauchen bin und in dumpfes Schweigen verfalle. Und dass es nichts nützt, wenn man mir währenddessen noch ein „Was hast du nur wieder schlechte Laune“ um die Ohren haut. Nicht umsonst bekam ich von meiner Patentante mal einen Kaffeebecher, auf dem ein übellauniges Nilpferd am Küchentisch mit einer eingeschüchterten Maus sitzt und auf dem steht: I need a coffee in the morning. No juice, no toast, no eggs, no sex, no talk, no talk, no talk, just coffee. Nach dem Konsum bin ich dann übrigens umgehend zu Gesprächen bereit und das auch noch proaktiv.

Zurück nach Kanada. Mein hektischer, redseliger Peregrino schaut ein wenig erschrocken und ich garniere meinen gefauchten Satz noch mit einem „Coffee first“ aus. Sabine neben mir fängt schallend an zu lachen. Sie sei auch absolut kein Morgenmensch und ohne Kaffee noch dreimal weniger. Sie habe sogar Instantkaffee für Notfälle dabei. Das mache mich nur noch sympathischer, schließt sie und drückt meinen Arm. Ich muss selbst ein wenig schmunzeln und entschuldige mich zehn Minuten später bei Kanada.

0c5cdf8a9b3eff17de3ff25dc2dfda64Ein paar Marmeladenbrote später wird es Zeit, sich von unseren unglaublichen Gastgebern zu verabschieden. Es wird gedrückt, bedankt, umarmt. Sabine hat Tränen in den Augen, als sie Santa Claus auf Wiedersehen sagt. Am liebsten würde sie hierbleiben. Noch ein Abschiedsfoto, dann geht es los.

Idylle im Aufbruch

Sabine hat mich gefragt, ob es okay ist, wenn wir zusammen laufen, und ich habe bereitwillig zugestimmt. Das hätte ich mir vor zwei Tagen auch nicht träumen lassen. Noch immer schaue ich verwundert auf die Frau, die auf einmal dieses herzliche Lachen hat, das sie vorher so gut versteckt hatte.

Wir sind uns, was die Wegeinteilung anbelangt, einig. Die nächsten beiden Tage werden eher kurz. Heute machen wir nur 17 Kilometer bis nach Fromista, morgen dann 20. Auf diese Weise tasten wir uns direkt an das 18 Kilometer lange Stück Meseta heran, das keinen Schatten bietet und von keinem Dorf unterbrochen wird. Auf dem ist wohl schon so manch ein Pilger verzweifelt. Ich will das auf jeden Fall zu Beginn eines Tages laufen und auf keinen Fall am Ende. So steht der Plan.

img_3761Um halb acht setzen wir uns in unserer Idylle in Bewegung. Das goldene Licht des Tages begrüßt uns über der Weite der Felder. Ein paar Meter entfernt plätschert der Fluss gemächlich unter der alten Brücke hindurch. Es ist einfach traumhaft hier. Wäre ich Schriftsteller, so wäre dies der Ort, an dem ich schreiben würde. Es ist so friedlich, dass es einem den Atem verschlägt. img_3804Die Übernachtung an diesem ganz besonderen Ort werde ich wohl nie vergessen, und noch einmal schaue ich sehnsüchtig zurück auf die verzauberte Herberge im Nirgendwo.

Die Strecke durch grüne Felder mit vereinzelten, sanften Erhebungen, die ab und an an einem Fluss vorbeiführt, läuft sich an diesem sonnigen Tag wie von selbst, wenn ich auch zugeben muss, dass ich gestern ein paar Körner gelassen habe.img_3805 30 Kilometer laufen sich eben nicht von allein, auch wenn ich inzwischen im Training bin. Ich habe nicht vor, das künftig zu wiederholen. Aber für diese ganz besondere Übernachtung hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Ehe wir uns versehen, ist es viertel nach zehn. Wir haben bereits zehn Kilometer geschafft und erreichen Boadilla del Camino, wo es eine große Bar mit riesiger Außenterrasse gibt. Wir machen Kaffeepause. Schön, mal mit jemandem zu laufen, der meine Liebe für Kaffeetrinken und Rauchen teilt. Zwischen den Pilgern, die die Terrasse bevölkern, entdecke ich Bo, der sich kurz zu uns gesellt. Er ist in Castrojeriz gestartet und hat somit bereits 20 Kilometer auf der Uhr. Er muss wahnsinnig früh aufgebrochen oder sehr schnell gelaufen sein. Sabines Englisch ist recht überschaubar, so dass keine richtige Unterhaltung aufkommt. Wir sehen außerdem Manuel, den Mexikaner von gestern mit zu wenig Zeit, dem bereits wieder die Füße wehtun.

Meiner Laufkumpanin geht es heute etwas besser. Der Stützverband von Santa Claus tut was er soll und gibt ihrem Fuß etwas mehr Halt. Außerdem verhindert er Reibungen an der Blase, in der immer noch der Bindfaden steckt. Santa Claus hat Sabine das Versprechen abgenommen, sich in Leon neue Schuhe zu kaufen. Auf Dauer bekommt sie sonst arge Probleme. Diese anstehende Investition besorgt Sabine, die nur wenig Geld hat und jeden Cent zweimal umdrehen muss. Neue Schuhe waren nicht budgetiert, und sie fragt sich, wie sie sich das leisten soll. Sie pilgert sowieso schon notgedrungen auf Sparflamme. Unterwegs hat sie bisher meist eingekauft und sich selbst etwas gekocht, erzählt sie mir. Jeden Tag Kaffee trinken oder Abendessen gehen, ist finanziell einfach nicht drin, und auch wenn ich sie heute auf den Kaffee einladen darf, ist das nichts, was sie dauerhaft möchte. Ich merke zur Abwechslung mal wieder, wie gut ich es habe, dass ich mir über so etwas selbst keine Sorgen machen muss.

Froschkonzert und architektonische Meisterleistung

img_3808Nach einer Stunde Pause gehen wir weiter. Schnell sind wir am Kanal von Kastilien, einer architektonischen Meisterleistung aus dem 18. Jahrhundert. Er wurde hauptsächlich gebaut, um schwere Lasten zu transportieren. Heute dient er der Bewässerung der Felder und den Pilgern als hübsche Kulisse. Wir laufen immer entlang des Wassers, begleitet vom Quaken von sicher 100 Fröschen.

img_3810Als wir Fromista bereits um halb eins erreichen, bin ich froh, dass wir da sind, auch wenn es gerade mal Mittag ist. Meine Beine sind müde von gestern und ich bin dankbar, dass sich die Zeit mit Sabine wie im Flug wegquatschen ließ. Sie hat mir einiges von sich erzählt, von ihrer Kindheit mit einer alkoholkranken Mutter, von ihren beiden Söhnen, von denen der eine mit Drogenproblemen in einem Heim viele Kilometer entfernt untergebracht ist und den sie sehr vermisst, weil sie ihn nur so selten besuchen kann und von ihrem Mann, mit dem sie so gerne ausgeht, wenn das Geld reicht. Und das erzählt sie alles mit diesem neu hinzugewonnenen Lachen in den Augen. Ich bewundere diese Frau, die so viel wegstecken musste und freue mich, dass ich die großherzige, sympathische Person hinter der harten Schale finden durfte. Und auch umgekehrt weiß Sabine inzwischen eine Menge von mir.

img_3811Nachdem wir die kleine Brücke in den Ort überquert habe, konsultiere ich einmal mehr meinen Pilgerführer auf der Suche nach der passenden Unterkunft. Was hat mir dieses Ding doch schon oft geholfen. Da es noch so früh ist, beschließen wir, unser Glück in der privaten Herberge zu versuchen. Die Aussicht auf eine Unterkunft mit Garten ist absolut verlockend, und so peilen wir zielstrebig die Albergue Estrella del Camino an. Gleich am Ortseingang hätte es eine weitere Herberge gegeben, die in alten Lagerhallen Betten anbietet und auch ganz cool aussah.

Mein Leben als Glücksbringer

Wir sind so früh dran, dass wir uns auf dem Weg zur Unterkunft noch in einer Bar eine eiskalte Limo gönnen und warten, bis die Herberge aufmacht. Dort angekommen, sind wir ganz angetan von den vielen Familienbildern, die an der Wand hängen. Ob wir reserviert hätten, will die Dame hinter dem Tresen wissen. Ich bekomme einen Minipanikmoment und sage dann mit meinem charmantesten Lächeln, dass wir das nicht getan hätten, weil wir uns auf unser Glück verlassen hätten und sich heute wie ein Tag anfühle, an dem wir Glück haben könnten. Haben wir dann tatsächlich. Es gibt noch genau zwei Plätze, und wir werden in einen geräumigen Schlafsaal geführt, wo wir uns jede ein Bett aussuchen können. Ich scheine ihr persönlicher Glücksbringer zu sein, mutmaßt Sabine. Erst sei sie meinetwegen in San Nicolás gelandet, das sie jetzt schon als Wendepunkt in ihrem Leben auslobt, und nun hier. So eine schöne Unterkunft habe sie bisher noch nie gehabt.

Date mit dem Penis-Mann

Danach hängen wir erst mal zweieinhalb Stunden im Garten ab und relaxen. Wir sind sogar zu faul zum Duschen – ist heute aber auch ausnahmsweise nicht nötig, so wenig, wie wir gelaufen sind, reicht eine Katzenwäsche. Später machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Sabine würde heute gern selbst kochen, um ein wenig Geld zu sparen. Ich erzähle von den Tapas-Gelagen, die ich mit Kati, Torsten und Olli gemacht habe und wir beschließen eine Wiederholung.

img_3812Auf dem Weg besuchen wir noch die örtliche Sehenswürdigkeit. Es gibt eine Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die unterhalb ihres Daches reiche Verzierung aufweist, darunter Menschen, Pflanzen, Dämonen und – Trommelwirbel – erotische Szenen. Die berühmteste Figur ist der sogenannte (Zitat Wanderführer) „Penismann“. Wir umrunden die ganze Kirche, bis wir ihn endlich in einer Spitze entdecken. Tatsächlich – da sitzt ein Männchen, das fast wie ein Affe aussieht und zwischen seinen Beinen hängt ein überdimensionierter Penis. Nun – jeder definiert Erotik anders. Vielleicht war ein hängendes Gelöt im Mittelalter ja das Maß aller Dinge. img_3813Wir kichern wie die Teenager und lassen uns auf der kleinen Mauer, die die Kirche von der Straße abgrenzt, nieder und rauchen gemeinsam mit Blick auf diesen ganz besonderen Herrn.

Im Supermarkt ist das Abendmenu schnell zusammengestellt. Wir besorgen Brot, Käse, Makrele, Oliven und Aioli und gehen damit zurück in unseren Herbergsgarten, wo wir wenig später unsere Schlemmerorgie beginnen. Es sind die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Passenderweise meldet sich Kati. Sie ist noch in Santander und hat sich mit San Sebastian bereits die nächste Stadt am Meer ausgesucht, die sie sich anschauen will. So schön es am Meer ist, so nervig ist es, dass ihr Fuß immer noch nicht völlig wiederhergestellt ist. Zum ersten Mal fällt das Wort abbrechen. Sie schaue sich den Spaß noch bis Sonntag an und entscheide dann, wie bzw. ob es weitergehe. Die beiden Jungs sind ja bereits mit dem Bus nach Leon gefahren, weil sie nicht mehr laufen konnten. Und währenddessen sitze ich Glückspilz hier im Garten in Fromista und habe außer einem langsam wegtrocknenden Herpes nichts zu kamellen.

Ein Camino-Schatten kommt uns gefährlich nahe

Wie wir so dasitzen und uns gemütlich unsere Brote reinzimmern, erzählt mir Sabine von ihrem persönlichen Camino-Schatten. Es hat ja jeder bestimmte Personen, denen man lieber aus dem Weg gehen möchten. In Sabines Fall ist es eine Deutsche, die sich auf der Pyrenäen-Etappe nach Roncesvalles an sie gehängt hat und die ihr unfassbar auf die Nerven gegangen ist, weil sie die ganze Zeit Angst hatte, bei allem nur gemosert und hat und noch dazu so langsam gelaufen ist, dass Sabine hätte schreien wollen. Trotzdem hat sie sie irgendwie bis Roncesvalles durchgeschleppt, hatte danach dann aber auch wirklich die Nase voll und hat sich von ihr verabschiedet, um allein weiterzulaufen. Seitdem fürchtet sie jeden Tag, ihr wieder über den Weg zu laufen. Ich erzähle im Gegenzug von „Mädels“, die mich und Rob mit ihrem Geschrei in Obanos so sehr genervt hat.

Als ich Mädels echten Namen fallen lasse, wird Sabine stutzig. Sie kramt in ihren Fotos der ersten Tage und hält mir auf einmal ein Foto von einer Frau unter die Nase und sagt, dass das besagte Nervensäge sei. Ich schaue auf das Bild und kann nicht mehr aufhören zu lachen. Sabines Camino-Schatten ist eine der Tanten aus dem Gefolge von Mädels, die mir so auf die Ketten gegangen ist und die einer der Auslöser der Namensgebung war. Und um die Zufälle noch ein bisschen weiter anzuhäufen – genau diese Person habe ich gestern auf der Strecke gesehen und schon befürchtet, dass Mädels auch gleich um die Ecke geschossen kommen wird. Sabine fällt alles aus dem Gesicht. Ihr Schatten bleibt ihr offensichtlich weiter auf den Fersen.

Den Rest des Abends verbringe ich damit, Sabine auszumalen, wie das Wiedersehen von Sabine und ihrem Schatten werden wird, und wir kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus, wobei ich zugeben muss, dass ich da mehr zu lachen habe, als meine arme Laufgenossin. Morgen wollen wir bis nach Carión de los Condes. Das sind ca. 20 Kilometer, und dann sind wir übermorgen hoffentlich im Stande, die Todesstrecke durch die Meseta gut hinter uns zu bringen. Die morgige Etappe wird nicht als allzu vielversprechend ausgelobt, denn uns erwartet die „Pilgerautobahn“, ein Weg, der über viele Kilometer stumpf entlang der Straße verlaufen wird. Man darf also gespannt sein. Und mit diesem Ausblick kuscheln wir uns in unsere bequemen Betten und schlafen tief und fest.

Zeitreise

Vorwärts: Du willst wissen, ob die Pilgerautobahn wirklich so schlimm ist wie ihr Ruf und was aus Sabines Camino-Schatten wird? Dann komm mit von Fromista nach Carión und begleite mich zu gastronomischen Irrungen und Wirrungen, erzürnten Nonnen und werde Zeuge, wie ich eine Wassermelone getragen und mir von Antonio Banderas die Hand habe auflegen lassen

Rückwärts: Du bist zufällig hier gelandet und weißt gar nicht, was die Unterkunft San Nicolás so besonders gemacht hat und wieso sie vor allem für Sabine eine entscheidende Wendung gebracht hat? Dann geh doch noch einmal zurück mit mir von Hornillos nach San Nicolás und erfahre außerdem von meiner ersten Ü30-Party, wieso mein Fuß geküsst wurde und wie es sich angefühlt haben muss, in Babylon zu beten.

Bist du heute zum allerersten Mal hier und möchtest lieber bei der ersten Etappe anfangen? Dann geht es hier entlang.

Kommentare und Ergänzungen

Warst du schon mal auf dem Jakobsweg? Hattest du auch einen Camino-Schatten, dem du bestmöglichst aus dem Weg gehen wolltest? Hast du dem Penis-Mann in Fromista einen Besuch abgestattet und hast du dir auch so eine Platte gemacht, wie du durch die Meseta kommst? Warst du vielleicht sogar auf meinem heutigen Stück dabei und hast noch etwas zu ergänzen oder zu korrigieren? Hat dir etwas besonders gefallen oder hat dich etwas gestört? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar.

9 Gedanken zu „Camino Frances #20: Von San Nicolás nach Fromista&8220;

  1. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen!“ (Guy de Maupassant)
    Dieses Zitat passt doch bestens zu deinen tollen Erfahrungen mit den verschiedensten Menschen auf dem Camino. Du bist ein offener Mensch und lässt dich auf die Menschen ein, auch wenn sie dich anfangs nervten, wie „Mädels“. Das macht es sehr lesenswert 🙂
    Ich hab damals – wie so viele – Hapes Buch gelesen und mir ist vor allem in Erinnerung geblieben, dass es viel an Straßen entlang ging und er wie lebensmüde an engen, felsigen Stellen den großen LKWs mit einem Sprint entkommen musste. Sein Wanderstock war sein Abstandhalter – was ich seitdem tatsächlich auch praktiziere, wenn ich mal an einer Landstraße entlang wandern muss.
    Kommen diese Passagen noch oder hat das nur Herr Kerkeling so negativ in Erinnerung behalten?
    Ich war gerade im Schwarzwald und kann dir diese Gegend auch nur empfehlen!!!!

    1. Das Stück mit dem LKW vs Wanderstock kommt noch. Ich musste da auch sehr an Hape denken. Gott sei Dank sind da inzwischen Leitplanken zwischen dem Pilger und den LKW. War trotzdem eins der ätzendsten (der Weg geht 4 km schräg, und es macht dir die Knöchel kaputt). Aber mich erwarten auch noch andere Straßenstücke.
      Und den Camino-Schatten habe ich von Hape übernommen – auch da war schnell klar, was er meint.
      Schwarzwald ist auch noch auf meiner immer länger werdenden Liste – da gibt es den Schluchtensteig, mit dem ich liebäugle. Schönen Sonntag dir!

    1. Mir fällt zu der aktuellen Folge noch eine alte englische Pilger-Weise ein, die Bob Marley etwas umgetextet hatte:

      No coffee no talk
      No coffee no talk
      No coffee no talk
      No coffee no talk
      Said, said, said I remember when we used to sit
      In the albuerge in Leon
      Ob-observing the tired ones
      As they have breakfast with the good people we meet (meet)
      Good friends we have, oh, good friends we’ve lost
      Along this way (way)
      On this pilgrimage, you have to talk a lot
      So take a cup, I say

      ‚Cause no coffee no talk
      No coffee no talk
      Dear, little fellow, don’t be grumpy
      No coffee no talk

      Said, said, said I remember when we used to sit
      In the albuerge in Leon
      And a pilgrim would make the coffee right
      As it would help you after this short night (night)
      Then we would drink café con leche
      Of which I’ll share with you (ooh)
      My feet is my only carriage
      So I’ve got to push on through

      But while I’m gone, I mean
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right
      Everything’s gonna be all right, yeah
      Everything’s gonna be all right

      ‚Cause no coffee no talk
      No coffee no talk
      Dear, little fellow, don’t fall asleep
      No coffee no talk

  2. Es war mein Traum auf dem Mosel Camino:
    Einmal in den Sonnenaufgang wandern… und vor der Nachmittagshitze ankommen.
    Hat nicht geklappt. Es müsste Kaffeeautomaten geben, die auch früh aufstehen. Und ein Frühstücks-Bag könnte ja im Kühlschrank bereitliegen..
    Nun ja.
    Danke für heutiges Abenteuer-Tagebuch. Like it.
    R

Und was sagst Du?