Camino Frances #28: Von San Martin nach Astorga

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Etappe 24 auf dem Jakobsweg. Ich höre die schönste Liebesgeschichte auf dem ganzen Camino, finde verschiedene Zeichen gegen den Durst, sehe gleich zwei alte Bekannte wieder, packe einen zusätzlichen Stein in meinen Rucksack und stelle fest, dass mein Leben offensichtlich ziemlich großartig ist (24. Mai 2016 –  26 Kilometer)

Tage fangen oft genauso an, wie sie aufgehört haben. Das stelle ich auch heute mit Bedauern fest, denn die endlose Straße von gestern bleibt mir noch für weitere siebeneinhalb Kilometer erhalten. Ich knöpfe sie mir allein ab sieben Uhr vor und erreiche Gott sei Dank nach knapp zwei Stunden über eine lange Römerbrücke den Ort Hospital de Órbigo, wo ich mich zufrieden in einen Stuhl vor einem kleinen Café fallen lasse.img_1131 Kaffee bestellen, Stempel holen. Der hiesige ist ein echtes Highlight, denn es handelt sich um ein kleines Knoblauchmännchen. Ich muss kichern und habe meine gute Laune sogleich zurück.

Camino Love Story

Während ich meinen Kaffee genieße, fällt mir eine ältere Dame auf, die nun bereits zum dritten Mal an mir vorbei läuft und sich suchend umschaut. Sie erblickt meinen gelben Pilgerführer (das Erkennungszeichen der deutschen Pilgercommunity) und spricht mich an, dass ich ja vermutlich ebenfalls aus Deutschland sei. Ich bestätige und merke an, dass sie offensichtlich etwas suche.

Nickend bleibt sie neben meinem Tisch stehen und seufzt. Ihr Rucksack sei viel zu schwer, und sie sei auf der Suche nach der örtlichen Post, weil sie ein paar schwere Teile aus ihrem Gepäck vorausschicken möchte. Sie habe Respekt vor dem nahenden Stück rund um das Cruz de Ferro, wo es noch mal knackig nach oben gehen wird. Ich frage sie, wieso sie nicht einfach ihren ganzen Rucksack transportieren lässt und erzähle alles, was ich zu diesem Thema weiß. „Das können Sie sich in Ihrem jugendlichen Alter gar nicht vorstellen, wie schwer so ein Rucksack werden kann“, sagt sie lachend. Ich muss ebenfalls lachen und kontere, dass ich so jung nun auch nicht mehr sei, 36, um genau zu sein.

Sie setzt sich neben mich und lächelt. Normalerweise verrate sie ihr Alter ja nicht, aber weil ich so offen gewesen sei, mache sie bei mir eine Ausnahme. Sie sei 77. Mir kracht der Unterkiefer auf das Brustbein. Das ist unglaublich. Die Frau sieht aus wie Ende 60! Ilse erzählt mir ein wenig von sich. Sie hat früher einen Kurort geleitet und war wohl immer eine sehr eigenständige Frau, die nebenbei auch noch ihren Sohn weitestgehend allein groß gezogen hat. Und nun habe sie sich nun mal in den Kopf gesetzt, diesen Camino zu laufen und da sei ihr etwas passiert, das könne sie selbst kaum glauben.

Sie holt tief Luft, schaut mich an und sagt konsterniert und begeistert zugleich: „Ich habe mich verliebt. In einen Mann. Und er ist erst 74! Und weil ich Angst hatte, dass ich ihm zu alt bin, habe ich ihm gesagt, ich sei 72.“ Ich pruste in meinen Kaffee. Man ist also selbst mit Mitte, Ende 70 immer noch nicht cool genug, um nicht doch Dinge vorzutäuschen, aus Angst, der andere könne einen sonst nicht mögen. Und man macht genau den gleichen Blödsinn, den man schon 50 Jahre früher gemacht hätte, heimlich rausschleichen, die Nacht durchreden, tanzen und das Kribbeln genießen. Wie großartig ist das denn? Ich bin begeistert. Was für eine tolle Frau. Ich frage sie nach den Details.

Sie hätten sich vor wenigen Tagen kennengelernt, erzählt mir Ilse. Sie waren in der gleichen Herberge und hätten sich auf Anhieb gemocht. Wenn um zehn in den Herbergen Sperrstunde war, hätten sich die beiden wie Teenager mit einer Flasche Wein vor die Tür geschlichen und hätten heimlich dort gesessen und sich stundenlang unterhalten. Anfangs habe sie noch gedacht, sie bilde sich seine Zuneigung ein. Aber als der Herr dann jeden Tag in den gleichen Herbergen abgestiegen sei wie sie selbst, obwohl er eigentlich deutlich schneller und weiter hätte laufen können, da habe sie dann doch mal vorsichtig überlegt, ob er nicht doch auch an ihr interessiert sei. Gestern kam es nun zum vorläufigen Höhepunkt. Im Ort, in dem die beiden abstiegen, war Dorffest. Und so seien sie gemeinsam dort hingegangen und hätten getanzt. Ilses Augen strahlen. Mir geht das Herz auf.

Was für eine unglaubliche Geschichte. Arroganz der Jüngeren, zu glauben, sie hätten ein Patent auf die Liebe. Das hier ist mit Abstand die beste Camino-Love-Story, die ich je gehört habe. Ilse verabschiedet sich. Sie muss ihr Rucksackproblem in den Griff kriegen. Ich habe sie nie wieder gesehen. In meiner Vorstellung ist sie entweder mit ihrem 74-jährigen durchgebrannt, oder sie haben sich an Ort und Stelle niedergelassen und gehen den Camino irgendwann weiter, wenn sie die Finger wieder voneinander lassen können.

Monotonie mit kleinen Unterbrechungen

img_4017Ich mache mich ebenfalls auf den Weg. Vor mir liegen noch 19 Kilometer und der Camino macht es mir heute nicht besonders leicht, denn auf die monotone Straße folgt nun ein trockener, brauner Erdweg durch Felder, der wahrlich wenig für mich bereithält.

Die wenige Abwechslung, die ich erhalte, kommt von schmückenden Beiwerk am Wegesrand. Ich laufe an einer recht morbiden Konstellation vorbei, die von einem umgestürzten Kreuz und einer Vogelscheuche dominiert wird. img_4018Was auch immer der Künstler mir damit sagen will, ich finde es nicht sonderlich ansprechend.

Die Strecke ist so unspektakulär, dass ich mich sogar dazu habe hinreißen lassen, ein großes Gesicht auf einem Plastikbehälter zu fotografieren. img_4020So was macht man ja auch nicht freiwillig.

Eine halbe Stunde später zeichnen sich am Horizont die Berge ab. Die Landschaft fängt wieder an, sich zu verändern. Morgen muss ich bis zu 800 Höhenmeter nach oben, wenn ich bis nach Foncebadon, dem kleinen Ort kurz vor dem Cruz de Ferro, laufen will. Ich bin gespannt wie das wird. Es handelt sich um eines der bekanntesten Camino-Wahrzeichen: ein Eisenkreuz auf einem Steinhaufen, an dem Pilger aus aller Welt einen Stein, den sie von zuhause mitgenommen haben, ablegen und damit bildlich ihre Sünden oder Probleme hinter sich lassen.

Ich habe zwei Steine dabei. Einen von meinem Freund und einen von meiner Mutter, da ich selbst keinen Stein hatte, aber unbedingt einen ablegen wollte. Marco z.B. hat vier Steine bei sich. Für ihn ist das Cruz de Ferro der wichtigste Punkt seines Caminos. Er habe in den Vergangenheit sehr viel Mist gebaut, hat er mir erzählt. Da reiche ein Stein nicht. Für ihn sei dies das eigentliche Ziel des Caminos- emotionaler aufgeladen als Santiago oder das Ende der Welt in Finisterre. Auch an Sabine muss ich denken. Sie hat ebenfalls einen Stein bei sich, der unbedingt am Fuße des Eisenkreuzes abgelegt werden soll. Ich hoffe, sie erholt sich gut und schafft es hierhin.

Prost – Fata-Morgana-Oasen und Pilgerstatuen

Ich hänge noch meinen Gedanken nach, als ich plötzlich vor einem umgebauten, kleinen, bunten Stand stehe. Oase im Nichts auf dem Jakobsweg vor Astorga Camino FrancesZwei australische Hippies haben ihn hier im Nichts errichtet und bieten Getränke, Obst und Kekse gegen Spende an. Dahinter befinden sich Gebäude, in denen die beiden offensichtlich leben. Das Lächeln der einzelnen Pilger, die vorbei kommen und ihr Glück gar nicht fassen können, sei unbezahlbar, erzählen sie mir. Ich bin ebenfalls total begeistert und setze mich zum Kräftesammeln ein Viertelstündchen mit einem Saft und einer Kippe auf eine Bank. Danach geht es weiter.

Während ich mich vom Weg bergauf und bergab tragen lasse, werde ich überholt. Ich erkenne ihn sofort. Mein alter Bekannter, American Gigolo, flitzt in seiner Khaki-Hose an mir vorbei. Mir stellen sich schon wieder alle Härchen auf, als Tom Cruise für Arme grußlos an mir vorbeizieht, den Blick nachdenklich in die Weite gerichtet. Überrascht stelle ich fest, dass er allein unterwegs ist. Von der netten Koreanerin Ta-Ün fehlt jede Spur. Ich hoffe sehr, dass sie den Typ in den Wind geschossen hat und nicht umgekehrt. Hätte gedacht, die seien vor mir.

img_4027Der nächste Orientierungspunkt ist schnell erreicht. Das Wegkreuz von Santo Toribio, von wo ich nicht nur die Berge in der Ferne sehen kann, sondern vor allem auch schon Astorga erblicke. Auch wenn ich inzwischen weiß, dass zwischen einen Ort sehen und einen Ort betreten gern mal zwei bis drei Stunden vergehen können, freue ich mich, dass es bald geschafft ist, und ich mit Rob endlich mal wieder Rosado trinken kann.

img_4029Um zwölf erreiche ich den nächsten Ort, San Justo de la Vega. img_4028Ich werde von einer durstigen Pilgerstatue begrüßt und stelle fest, dass auch ich durstig bin. Für ein albernes Selfie reicht meine Kraft aber gerade noch aus. Ich habe Glück. Es gibt hier einen kleinen Supermarkt, der offen hat. Drinnen besorge ich mir Obst und einen kalte Dose Kaz Limon. Was soll ich nur künftig zuhause ohne dieses Lebenselixier machen?

Das große Wiedersehen – Teil 1

Als ich aus dem Laden komme, entdecke ich auf einer Parkbank vor dem Geschäft einen mir vertrauten, hübsch dekorierten Hut. Da sitzt plötzlich Ursula aus Österreich, die Kati und ich in Navarrete kennengelernt haben. img_4030Ich freue mich wahnsinnig, sie zu sehen und wundere mich, wo sie herkommt. Ich dachte, sie sei ein ganzes Stück hinter mir. Letztens hatte mir jemand erzählt, dass eine Österreicherin aufgeben musste, und ich hatte kurz Angst, dass es Maria oder Ursula getroffen haben könnte. Gott sei Dank handelte es sich aber um eine Dame mit kurzen grauen Haaren, was auf keine der beiden zutrifft.

Ursula bestätigt meine Vermutung, dass sie deutlich hinter mir war. Sie habe dann aber einfach 60 km per Zug übersprungen, so dass wir jetzt wieder gleichauf sind. Es ist ja nicht ihr erster Camino – da hat sie ein paar weniger reizvolle Stellen einfach ausgelassen. Sie erkundigt sich nach Kati, und ich berichte von ihrer Knöchelverletzung. Wir unterhalten uns noch ein wenig, dann gehe ich weiter.

Nun ist es nicht mehr weit bis nach Astorga. Die letzten knapp fünf Kilometer laufe ich wie von selbst. Die Vorfreude, Rob endlich wieder zu treffen, treibt mich an. img_4031Ich flitze durch das Städtchen, werfe einen kurzen Blick auf Gaudís Bischofspalast, nehme mir aber nicht mehr die Zeit für ein Foto und finde schnell die Herberge, in der mein Lieblingsniederländer sein Schienbein auskuriert.

Ich habe mich gerade registriert und werde vom Hospitalero rumgeführt, da läuft er mir auch schon über den Weg. Meine Freude, ihn nach mehr als zwei Wochen wiederzusehen, ist riesig, aber ich erst mal hinter dem Hospitalero her hetzen, damit ich mein Zimmer finde. Im Dachstuhl. „For the young people!“

Heute scheint irgendwie jeder zu denken, ich sei fit wie ein Turnschuh und in der Blüte meines Lebens. Der Hospitalero lädt mich schließlich in einem recht schmalen Zimmer ab. Ich teile mir den Raum mit einer Clique, die sich alle kennen. Die mir unbekannte Twens hängen in ihren Betten und haben laute Musik laufen. Na, Prost Mahlzeit. Darauf habe ich jetzt richtig Bock. Die Awesome Girl Gang aus Agés würde sich hier sicher mächtig wohlfühlen.

Wiedersehen – Teil 2

Nach dem Duschen und Wäsche waschen, suche ich endlich Rob. Das Wiedersehen fällt unheimlich herzlich aus. Es ist schon erstaunlich, wie sehr einen ein paar Tage auf dem Camino zusammenschweißen. Ich habe diesen Mann sieben Tage an meiner Seite gehabt, aber es fühlt sich an, als wären das sieben Monate, wenn nicht sogar Jahre gewesen, so vertraut ist er mir. Wir machen uns rasch auf den Weg in die nächste Bar. Halb vier – das ist doch die beste Zeit für ein paar Gläschen Rosado!

Die Zeit vergeht wie im Flug. Wir haben beide einiges ohne den anderen erlebt und berichten gegenseitig von neuen Bekanntschaften und Eindrücken. Ich schimpfe mit Rob, dass er so schlecht auf sich aufgepasst habe und immer so weit gegangen sei. Wäre er weiter mit mir gelaufen, hätte er vielleicht jetzt keine Entzündung am Bein. Er lacht. Ja, das stimme wahrscheinlich. Die Zeit mit mir sei die beste gewesen, die er auf dem Camino gehabt hätte. Er habe sich jeden Tag gewundert, dass ich noch da sei und hätte sich täglich darüber gefreut.

Nach mir ist Rob eine Zeit zusammen mit Maria gegangen, später hat er ein koreanisches Ehepaar kennen gelernt. Er hat begonnen, seine Laufphasen den Menschen und damit einhergehenden Stimmungen zuzuordnen. Die Anfangszeit mit mir sei von Leichtigkeit und Euphorie geprägt gewesen. Danach sei eine Phase von Schwere gekommen. Und im Anschluss habe er gelernt, aus Niederlagen etwas Positives zu machen. Das Paar aus Korea hatte alles verloren und dennoch einen Weg gefunden, daraus Energie für etwas Neues zu ziehen. Das habe ihn sehr beeindruckt.

Kerneigenschaften auf zwei Beinen

Mir fällt auf, dass diese Phasen und Begegnungen auch von Robs Körper gespiegelt werden. Nachdem er mit mir größtenteils beschwerdefrei war, hat er sich danach viel zu viel zugemutet, war streng und hart zu sich selbst und ist nun an einem Punkt, wo er sich damit abgefunden hat, ein Stück des Caminos auslassen zu müssen, ohne in Selbstmitleid zu zerfließen. Ich überlege, ob ich meinen Weg ähnlich clustern kann.

Beim Versuch stelle ich fest, dass meine Wegbegleiter jedoch eher bestimmte Kerneigenschaften verkörpern: Rob ist die Weisheit, Kati das Vergnügen, Ursula, die dreimal ihren Krebs bekämpft hat, steht für die Hoffnung, Sabine für das Auf und Ab des Lebens, Thijs für die Gelassenheit und Maria symbolisiert die Schwere. Ich habe immer das Gefühl, dass irgendetwas sie bedrückt, so, als sei sie nicht freiwillig hier und habe sich den Weg auferlegt. Rob teilt diesen Eindruck, und ich bin wirklich gespannt, ob ich sie noch einmal sehe und irgendwann herausfinde, ob wir Recht haben und was es damit auf sich hat. Marco ist für mich am schwierigsten zu verorten. Er hat zwei Seiten und ist sowohl die Getriebenheit als auch der Ratgeber. Ich bin gespannt, wem ich noch begegnen werde und was diese Menschen für mich sein werden.

Ein weiterer Stein im Rucksack

Rob wird mit seinem entzündeten Bein die steilen Stellen zum Cruz de Ferro, die ab übermorgen kommen, per Bus überspringen. Auf seine Bitte hin erkläre ich mich sofort bereit, den Stein, den er von zuhause mitgebracht hat, einzustecken und für ihn am Cruz de Ferro abzulegen. Wir reden über unsere Erfahrungen in der Meseta, über Eindrücke und Gedanken und darüber, dass wir – anders als andere Pilger – bisher weder große Probleme auf dem Weg gewälzt haben, noch Gott oder wer auch immer in die Leere unseres Kopfes gesprochen hat. Stattdessen läuft in unserer beider Kopf Musik, wenn wir wandern.

Sind wir oberflächlich? Gehören wir nicht zu den Auserwählten? Mit Nichten: unsere Erklärung ist, dass unser Leben wohl sehr gut läuft und wir wenig haben, das wir korrigieren müssen und dass auch Gott demnach nicht eingreifen muss, weil es eigentlich verdammt gut ist, wie es ist.

Unser Abendessen kaufen wir schnell im Supermarkt, und so gibt es in der Herberge Salat, Brot und Tapas. Es hat inzwischen ordentlich angefangen zu regnen. Ich sehe Sneaker-Boy und den anderen Deutschen von gestern Abend wieder. Sneaker-Boy hat erste Blasen in seinen ach so bequemen Turnschuhen. Ich verkneife mir einen Spruch.

Zurück in meinem Zimmer ist von Party-Stimmung nichts mehr zu spüren, es herrscht angenehme Ruhe. Ich gehe früh ins Bett, damit ich den Aufstieg morgen in Ruhe machen kann. Ich will mindestens bis Rabanal gehen, vielleicht sogar gleich nach Foncebadon, auch wenn das ca. 800 Höhenmeter sind. Ich hoffe sehr, dass es dort keine wilden Hunde mehr gibt. Die haben vor ein paar Jahren für ziemliche Aufregung gesorgt und sind das einzige, was mir schon in der Vorbereitung auf den Camino Sorgen bereitet hat. Ich mag Hunde, wenn ein Besitzer in der Nähe ist, aber nicht, wenn ich ihnen allein begegne. Von Sabine habe ich immerhin den Tipp bekommen, meine Stöcke in eine Hand zu nehmen und waagerecht zu halten. Ich hoffe, ich komme gar nicht erst in die Situation, diesen Tipp anwenden zu müssen.

Zeitreise

Vorwärts:  Du willst wissen, ob mich die wilden Hunde verschonen und wie viele Höhenmeter ich absolvieren werde? Na dann komm doch mit von Astroga nach Foncebadon und mache mit mir Zwischenstopp in einem Cowboy-Saloon, finde den schlechtesten Banjo-Spieler der Welt und erfahre, wieso ich erstmals Schiss bei einer zwischenmenschlichen Begegnung entwickle.

Rückwärts: Du hast den Vortag verpasst und fragst dich, wer Sneakerboy war und wieso ich gestern entlang einer Landstraße gelaufen bin? Dann komm doch noch mal mit von León nach San Martin del Camino und entdecke Zeus und Venus in einer katholischen Kirche, betrachte die schönsten Fenster in Spanien und erlebe, wie ich fürs Reservieren bestraft werde.

Du bist hier durch Zufall gelandet und hast keine Ahnung, woher ich Rob kenne und wer die ganzen anderen Leute sind? Dann fang doch einfach ganz von vorne an. Dazu geht es hier entlang.

Kommentare und Ergänzungen

Warst du selbst schon mal auf dem Jakobsweg unterwegs? Hast du auch die unterschiedlichsten Leute getroffen, die dir gefühlt alle etwas mitzugeben haben? Hast du eine Camino-Love-Story erlebt oder von einer gehört? Kennst du das Gefühl, dass man sich Menschen, die man erst wenige Tage kennt, näher fühlt, als Menschen, die man zuhause seit Jahren kennt? Warst du vielleicht sogar mit mir auf diesem Stück unterwegs? Hast du noch etwas zu ergänzen oder zu korrigieren? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar.

Ich muss das weitersagen
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Ein Gedanke zu „Camino Frances #28: Von San Martin nach Astorga

  1. Ein weiterer Tag, weitere wunderbare Tagebuchseiten, die einen wie immer beim Lesen tatsächlich mitlaufen lassen, near live.

    PS endlich die Kommentarfunktion hier in der WordPress App gefunden 🙂

Und was sagst Du?