Vom Schreiben über das Nichtschreiben – Zeit für 2020

Mehr Zeit für 2020 #blog #auszeit #läuftbeiihr

Von neuen Vorsätzen und alten Gewohnheiten, vom Wollen statt Müssen, von sonntäglichen Routinebrüchen, Neuanfängen, mehr frischer Luft, mehr Freude, mehr Zeit für mich und von 375 Tagen zur Erreichung des nächsten Ziels

Ein neues Jahr ist wie ein leeres Blatt Papier. Alles liegt vor dir, jedwede Wendung ist möglich. Es gibt ausreichend Platz für Horrorstories und Happy Ends, für den Gewinn neuer Erkenntnisse und den Verlust schlechter Eigenschaften, für neue Begegnungen und endende Bekanntschaften. Im Verlauf von 365 (bzw. in 2020 sogar 366) Tagen wird das Jahr von Woche zu Woche über die Zeit Konturen annehmen und sich entwickeln. Zum besten Jahr, versteht sich.

Mein Blatt Papier ist mit Blick auf anstehende Wanderungen momentan noch leer. Es gibt keine konkreten Pläne, aber mir spuken einige Ideen durch den Kopf. Das geht vom Schwarzwälder Schluchtensteig bis zum Alpe-Adria-Trail, vom Mullerthaltrail über den Meraner Höhenweg bis zu einer Hüttenwanderung. Sollte die Kathedrale in Santiago geöffnet haben, werde ich den letzten Teil meines Camino del Norte laufen. Alles kann, nichts muss. Ich finde es herrlich.

Alles kann, nichts muss – eigentlich

Das bringt mich auch gleich zum eigentlichen Thema. „Alles kann, nichts muss“ fühlt sich seit einigen Monaten nicht mehr unbedingt nach meinem Motto an, wenn es um Audrey im Wanderland geht. Es gibt Samstage, da höre ich mich sagen, dass ich „noch den Beitrag für den Blog schreiben MUSS“. Wann genau ist das passiert?

Wenn ich mir überlege, dass ich seit November 2017 mit zwei Ausnahmen wirklich an jedem Sonntag einen Beitrag veröffentlicht habe, dann darf ich feststellen, dass ich

    • ein glücklicher Mensch bin, der seit 2016 verdammt viel gewandert ist, wenn es so viel zu erzählen gab
    • manchmal von meiner eigenen Disziplin überrascht, wenn nicht gar erschrocken bin
    • eine ziemliche Quasselstrippe bin, wenn ich für sechs Fernwanderungen und ein paar zerquetschte 119 Beiträge benötige
    • mir mal Zeit für ein Päuschen nehmen sollte

So, jetzt ist es raus. Dies hier ist mein vorläufig letzter Beitrag.

Es gibt mehrere gute Gründe, mal schriftlich die Luft anzuhalten und mir Zeit zu nehmen. Zum Einen habe ich alle meine Wege für euch aufgeschrieben. Einzig der Camino del Norte steht noch aus. Knapp 30 Tage und 610 Kilometer war ich bereits unterwegs, mir fehlen noch ca. 200 km. Darüber könnte ich doch jetzt schreiben? Das wäre doch Stoff für mehr als ein halbes Jahr und bis das rum ist, wäre ich vermutlich längst in Santiago angekommen. Ich könnte also nahtlos durcherzählen.

Könnte ich – will ich aber nicht. Es fühlt sich gerade nicht richtig an. Was sich hingegen absolut richtig anfühlt, ist am Wochenende Bücher zu lesen, weite Spaziergänge zu machen, Freunde in Hamburg und in anderen Städten zu besuchen, Samstags mal wieder richtig feiern zu gehen, Wochenend-Trips zu veranstalten, Serien zu schauen, nichts zu tun, kurz: mir Zeit zunehmen.

Gestern mit einer Freundin 12 Kilometer zur Alster spaziert. So viel besser als am Rechner sitzen!

Fünf Tage Job, ein Tag Blog

Audrey im Wanderland ist ein Hobby, das sich als gefühlt sechster Arbeitstag in meinem Leben installiert hat – etwas ungünstig, wenn man bereits einer regulären, mindestens 40-Stunden-Arbeitswoche nachgeht. Weitere zehn Stunden sitze ich schätzungsweise an einem Beitrag, inklusive Fotos bearbeiten, auf verschiedenen Plattformen teilen und Kommentare beantworten.

Ich liebe es, Geschichten aufzuschreiben, mir halbwegs witzige Überschriften auszudenken und Wortspielchen zu spielen. Es rührt mich, wie viel Lob, Dank und eigene Geschichten ich von euch zurückbekomme (Highlight 2019: ein Leser schickte mir aus Mitleid eine Dose Kas Limón nach Hause – Nachahmer sind ausdrücklich erwünscht). Und genau diese Freude möchte ich mir bewahren. Ich will weg vom neuerlichen „Schreiben müssen“ und zurück zum altbekannten „Schreiben wollen“.

Mein erster Versuch in diese Richtung war mein Projekt Fremdgehen mit…, bei dem andere Pilger von ihrem Jakobsweg erzählt haben. Ich wollte eine kleine Sommerpause. Das war ein Trugschluss, denn das Überarbeiten, Geradeziehen und Nachfragen kostete mehr Zeit als erwartet. Das war es wert, denn heraus kamen zehn spannende, sehr unterschiedliche, jedoch in der Essenz ähnliche Erfahrungsberichte rund um den Camino Spirit. Manche Beiträge waren von Menschen, die mich auf meinen eigenen Caminos begleitet hatten, die anderen von völligen Fremden, die ich anschließend ein Stück zu kennen glaubte. Was für ein Geschenk!

Der innere Stressmacher

Obwohl ich große Lust verspürte, eine Zeit lang auszusetzen, tat ich es nicht. Zu groß war die Befürchtung, dass, sobald ich einmal aus der Sonntagsroutine ausscheren würde und meine Disziplin Disziplin sein ließe, es immer weiter einreißen würde, bis Audrey im Wanderland, wie so viele ambitioniert gestartete Blogs, komplett brach läge.

Ich hatte Angst um meine mühsam aufgebaute Reichweite, dass die Klicks einbrechen würden. Der Blog hatte sich von 2017 auf 2018 verdoppelt und von 2018 auf 2019 sogar noch einmal verdreifacht. Knapp 20.000 Besucher aus 86 Ländern verfolgten im letzten Jahr meine Beiträge in knapp 70.000 Klicks bei einem Nischenthema wie Wandern. Das ist doch Wahnsinn, oder?

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, denn mal ehrlich – wen außer mir selbst juckt das? Der Blog ist mein Hobby, die Zahlen kenne nur ich und ob sie nun steigen, sinken oder ob in China ein Sack Reis umfällt, ist eigentlich völlig egal. Meinen Stress mache ich mir ausschließlich selbst. Auch wenn es vielleicht manch einer traurig findet, dass er auf seine Sonntagslektüre verzichten muss, geht davon weiß Gott niemandes Welt unter.

Manchmal sehe ich den Wald vor lauter Bäumen, bzw. die Alster vor lauter Gräsern nicht.

Außerdem ist es ja nicht so, dass ich in ewiges Schweigen verfallen werde. Ich meine: Hallo? Hier sitzt offensichtlich jemand mit einem beachtlichen Mitteilungsbedürfnis. Und so werden mit der nächsten Wanderung die nächsten Beiträge kommen.

In meinem Postfach schlummern einige unveröffentlichte „Fremdgehen mit…“-Beiträge, die ich zwischendurch teilen werde. Vielleicht schreibe ich zur Abwechslung auch mal gar nicht über Fernwandern und Pilgern, sondern über die Dinge, die mir gerade durch den Kopf wandern.

Dekaden-Träume

Und dann habe ich seit einem knappen Jahr eine fixe Idee, die sich immer mehr zu einem großen Traum mausert, der nach Zeit schreit: ich will meinen Camino Francés in einem Buch bündeln.

Er war der Ausgangspunkt all meiner Wanderungen, eine intensive Erfahrung und das Erlebnis, das mich in den letzten Jahren am nachhaltigsten geprägt hat. Er verdient mehr als seine Nische auf diesem Blog.

Als ich mir heute im Kino den Film „Nur die Füße tun mir leid“ von Gabi Röhrl angeschaut habe, wurde die Bedeutung des Francés für mich noch mal so richtig klar. Ich war im Rausch der Erinnerungen, grinste von einem Ohr zum anderen und verdrückte zeitgleich Tränen. Beim Wiedersehen der Orte und Wegabschnitte wurden sofort die entsprechenden Menschen und Erlebnisse hochgespült.

Gerade weil Gabi Röhrl den Camino, also den konkreten Weg und nicht so sehr das Pilgerleben in den Vordergrund stellt, bietet ihr Film eine tolle Projektionsfläche für die eigenen Erinnerungen. Und er weckte in mir den Wunsch, noch einmal tiefer in meine eigenen Erlebnisse abzutauchen und sie in anderer Form zu teilen.

So gewöhnungsbedürftig es manchmal ist, dass die Jakobswege immer populärer werden, so sehr wünsche ich jedem, der darüber nachdenkt, einen Camino zu laufen, dass er es tatsächlich tut. Filme, Bücher und Blogs können helfen, das diffuse Bild, was einen wohl unterwegs erwarten wird, genauer zu umreißen und Ängste zu nehmen. Sie machen im Bestfall Lust auf mehr.

Selbst dieser kleine Blog hat schon Pilgern den entscheidenden letzten Schubs gegeben, endlich loszugehen. Wie toll ist es, wenn jemand endlich den Mut fasst, sich einen Traum zu verwirklichen, weil er darüber gelesen hat?

Als Teenager war mein Ziel, mit 20 irgendwo in ausreichender Entfernung von zuhause zu studieren und möglichst viel Spaß zu haben. Mit Mitte 20 nahm ich mir vor, mit 30 eine Abteilung zu leiten. Und jetzt, wenige Wochen vor meinem Vierzigsten, steht das neue Ziel klar vor mir: mit 40 will ich mein eigenes Buch im Wohnzimmerregal stehen haben. Meine anderen Vorhaben habe ich damals in die Tat umgesetzt, für dieses bleiben mir ca. 375 Tage.

Mein leeres Blatt Papier

Und so bin ich gespannt, womit am Ende von 2020 mein leeres Blatt Papier gefüllt ist. Die oben aufgeführten Vorsätze sind einfach. Im Kern zusammengefasst will ich mehr Zeit für mich, mehr bei mir sein, noch stärker das machen, was mir wirklich gut tut, woran ich spontan Spaß habe und manchmal werde ich die besagte Zeit nutzen, um guten Gewissens einfach mal absolut rein gar nichts zu machen.

Siebengebirge Sonnenaufgang
Einer der letzten Tage 2019 begann farbenfroh über dem Siebengebirge – möge 2020 genauso herrlich bunt schillern

 

In diesem Sinne: macht, was gut für euch ist, habt es schön und bis bald – Audrey.

 

Kommentare und Feedback

Nachdem ich nun ja wortreich (natürlich!) ausgeführt habe, was ich mir für 2020 vorgenommen habe, bin ich gespannt auf deine Pläne. Womit willst du dir etwas Gutes tun?
Und was würdest du mit einem zusätzlichen, freien Tag in der Woche anstellen?

Verrate es mir doch in den Kommentaren, wo du natürlich auch gerne alles andere loswerden darfst, was dir nach der Lektüre durch den Kopf geht.

Willst du sicherstellen, dass du keinen meiner Beiträge verpasst? Dann trage dich am besten auf der Übersichtsseite mit deiner E-Mail-Adresse ein.

Ich muss das weitersagen

32 Gedanken zu „Vom Schreiben über das Nichtschreiben – Zeit für 2020&8220;

  1. Liebe Audrey, was für ein Start ins neue Jahr. Was bin ich dankbar dass sich unsere Wege 2019 in Spanien gekreuzt haben (ich denke es war Bestimmung). Was für ein Fixpunkt sind Deine sonntäglichen Texte. Deine offenen Worte sind herrlich ehrlich und du sprichst aus was viele denken und sich dann nicht trauen: Soweit es sich umsetzen lässt mach Sachen nur für DICH und nur solange sie DIR Freude bereiten. Irgendeine Statistik oder Zahl über Klicks sagt rein garnichts aus, verpflichtet ist man letztendlich nur sich selber. Trotzdem bin ich gespannt wenn dann irgendwann mal der Camino del Norte drann kommt und das Buch wäre das highlight. Grüße aus dem Süden Marie

    1. Ach Marie 💜
      Ich bin mindestens so dankbar, dass wir uns getroffen haben. Was braucht es da sonntägliche Beiträge auf einem kleinen Blog? Tut mir leid, dass ich dir den Fixpunkt nehme, aber vielleicht treffen wir uns einfach mal wieder persönlich oder telefonieren zumindest.
      Und ja, eines Tages kommt dann auch der Norte – vielleicht nachdem wir gemeinsam in SdC angekommen sind 😉
      Es werden gegebenfalls ein paar Passagen fehlen, um nicht noch mehr Böses Blut zu erzeugen, aber der Teil mit dir und José wird definitiv stattfinden. Bis bald 😘

    1. Lieber Axel,
      Es freut mich wirklich sehr, dass du mitgelaufen bist. Und wie ich schon sagte, es geht auf jeden Fall weiter – nur eben nicht mehr jeden Sonntag. Ich hoffe also, dass ich dich auch künftig einsammeln kann!
      Liebe Grüße,
      Audrey

  2. Ich werde dich sonntags vermissen.Aber verstehe dich unendlich, auch mal den anderen schönen Dingen des Lebens nachgehen zu wollen.Ich freue mich auf dein Buch und werde immer begeistert sein, wenn dich dein spontanes Mitteilungsbedürfnis überkommt und eine neue Bericht von dir kommt.Alles Liebe für dich und ein riesiges Dankeschön für all die tollen Beiträge.Ich habe die immer mit Hochgenuss gelesen.

    Michaela aus Köln

    1. Liebe Michaela,
      Kommentare, wie der deine, sind der Treibstoff, der mich immer weiter machen lässt. Danke für deine lieben Worte. Ich bin so so so gespannt, wie es dir im Frühjahr ergeht!
      Buen Camino – Audrey

  3. Liebe Audrey,

    Ich versteh dich so so gut. Wir hatten uns ja schon letztens kurz darüber ausgetauscht.
    Es muss sich immer wie ein Können und nicht wie ein Müssen anfühlen.
    Du machst das richtige und folgst deinem Herzen mit dem Buchprojekt.
    Ich bestelle es hiermit offiziell jetzt schon mal vor, da kannst du mich drauf festnageln.
    Ganz liebe Grüße,
    Sabrina

    1. Sauber – die ersten drei Exemplare sind also weg 😂😂😂
      Ja, wir hatten uns darüber unterhalten und ich glaube, dein Post war ein Schubser für mich. Danke!
      Und ich komme noch mal auf dich zu, wenn es um die schönsten Teile des Alpe-Adria-Trails geht!!

  4. Liebe Audrey,
    auch wenn ich es persönlich sehr schade finde, nicht mehr allsonntäglich etwas von Dir lesen zu können, so triffst Du doch die absolut richtige Entscheidung!
    Etwas Schönes sollte halt nicht Routine oder lästige Pflicht werden. Da kommt die Reißleine genau richtig. Aber Du ziehst Dich ja nicht komplett zurück, von daher ist die Vorfreude noch größer dann irgendwann „überraschend“ etwas Neues von Dir zu lesen!

    Was Dein Buch angeht, erst einmal viel Erfolg! Das wird schon, da mache ich mir gar keine Sorgen. Sofern noch Platz auf der Vorbestellerliste ist, ich wäre heiß interessiert. Ist übrigens ein komisches Gefühl, wenn man etwas von sich selbst bei Amazon bestellen könnte 😅

    Alles Gute
    Stefan

    1. Lieber Stefan,
      Danke für die guten Wünsche 😊 Mal schauen, wie lange ich es aushalte. Vermutlich ist mir nach ein paar Wochen langweilig und dann geht es wieder los 😉
      Und was die Sache mit Amazon anbelangt, gebe ich dir Recht. Das ist eine extrem seltsame Vorstellung. Andererseits wird es ja „nur“ via Kindle Publishing rauskommen. Steckt ja kein Hexenwerk dahinter, sondern nur ein wenig Fleiß.
      Und du planst (und läufst) derweil dann deinen Caminho – das wird sicherlich ein Knaller. Deine Einstellung liest sich zumindest genau richtig.
      Ich wünsche dir, dass er sich von Anfang an richtig anfühlt (das soll anderen Leuten ja schon anders erfahren sein, *räusper*)
      Audrey

      1. Dann muss ich mir ja einen Kindle kaufen 😜 Aber Spaß beiseite, ein E-Book zu veröffentlichen, ist aber wahrscheinlich allemal einfacher, als ein gedrucktes Buch. Wobei man dann natürlich was Schönes im Regal stehen hat.

        Ob es ein Knaller wird oder ob es knallt – hoffentlich ersteres, aber ich lasse alles tiefenentspannt auf mich zukommen. Aber selbst der Worst-Case, d.h. den kompletten Camino alleine und durch den Regen zu tapern, würde mich jetzt nicht aus den Socken hauen. Ich werde berichten, versprochen.

  5. Liebe Audrey,
    das glaube ich dir gern, dass die allsamstägliche Schreiberei viel Arbeit und auch eine Belastung bedeutet. Irgendwie warten deine Leser ja auch darauf!
    Ein Buch zu schreiben ist noch mehr Arbeit und man braucht echt viel Disziplin. Aber danach hast du dann etwas „Richtiges“ in den Händen. Viel Erfolg dabei!
    Ich freue mich schon auf das fertige Werk und lese es natürlich dann auch. Aber nur, wenn du auch meins liest! 🙂

    Liebe Grüße von Steffi

    1. Hi Steffi,
      irgendwie ist mir dein Kommentar durchgerutscht 🙂 Wenn man ein Buch anfängt, neu zu schreiben, ist sicher eine Menge Disziplin von Nöten. Wenn man aber aus den Beiträgen, die sowieso schon vorliegen, eins macht, sollte es etwas schneller gehen. Wobei ich auch da noch mal ran will. Das Gute ist: sie sind „alt genug“ (mind. 1 Jahr), so dass ich sie selbst noch mal mit Interesse lesen kann. Deswegen freue ich mich auch so auf die neuerliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
      Wie ist es bei dir? Hast du es schon geschrieben oder bist du noch damit dran oder hast es vor? Und worum geht es überhaupt.

      Audrey

      1. Liebe Audrey,
        ich oute mich jetzt mal … ich schreibe tatsächlich über die GB-Wanderung. Da meine Web-Beiträge aber längst nicht so ausführlich waren wir deine, schreibe ich sie eigentlich komplett neu.
        Du hast recht, man erlebt wirklich alles nochmal, das ist das Tolle. Aber es sind verdammt viele Tage durch irgendwie ähnliche Landschaften. Z.B Naturbeschreibungen finde ich echt nicht einfach, vor allem sollen sie halt nicht so klischeehaft geraten … 😀
        Ich mach‘s erst mal für mich und schau dann, ob wirklich ein „Buch“ daraus wird. Wollen wir eine Writers Group gründen? 😁

        1. Super Sache – wir können ja gegenseitig Korrektur lesen 🙂
          Und ich gebe dir Recht, ohne die Menschen, alleine mit der Natur wäre es wohl niemals so ausführlich geworden.

  6. Hey Audrey,

    Vor gut einem Jahr war ich auf einem Pfadfinder-Symposium in Bayern und die 18. Episode meines Reiseblog über den Camino de la Costa war fertig geschrieben, aber noch nicht redigiert. Ich wollte an dem Abend noch ein paar lustige Formulierungen mit einbauen, dann wäre der Beitrag noch pünktlich am nächsten Tag veröffentlicht worden.

    Dann kam der Anruf meines Neffen. Bei meiner Schwägerin waren neue Metastasen aufgetaucht und durch die voran gegangene Chemo war sie zu geschwächt, um noch eine weitere zu starten. Eine Frau, deren Vorname „Leben“ bedeutet, war nun viel zu früh auf dem kurzen Weg in den Tod.

    Seit dem liegt der Artikel in meinem WordPress-Backend herum und wartet auf Veröffentlichung. Von daher kann ich gut nachvollziehen, dass ein solcher Rückzug passend ist. Ich hoffe, dass ich mich wieder aufraffen kann und weiter schreibe. Spätestens im Juli will ich in Nueva im Café Misaires erneut einen Café con Leche trinken (vielleicht eine Kas Limon dazu, bin sehr neugierig) und dann die restlichen 430 km nach Santiago auf dem Norte laufen. Ein Tagebuch gehört dazu. Das Leben geht weiter und alles hat seine Zeit.

    1. Hallo Markus,
      ich freue mich wirklich sehr, noch mal von dir zu hören, nachdem du gefühlt abgetaucht warst. Jetzt verstehe ich auch wieso. Was für eine unfassbar traurige Geschichte mit deiner Schwägerin.
      Ich wünsche dir sehr, dass du zur Lust des Schreibens zurückfindet. Aber auch bei dir gilt, es muss sich gut anfühlen. Und wenn einen etwas lähmt, dann hat das seine Berechtigung.
      Lauf du mal schön dein nächstes Stück Camino, das wird dir sicher gut tun. Und vielleicht macht es danach auch wieder Spaß, öffentlich darüber zu schreiben. Und wenn nicht, dann hast du ein Tagebuch, denn das solltest du tatsächlich auf jeden Fall füllen. Die Öffentlichkeit mir inklusive freuen sich sicherlich, wenn du es teilst, aber um die geht es ja nur am Rande.

  7. Schade, deinen sonntäglichen Beitrag habe ich immer sehr gerne gelesen. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, wird es gelegentlich doch etwas im Blog geben. Darauf freue ich mich. Deine Entscheidung verstehe ich sehr gut und wünsche dir viel Spaß undErfolg mit dem Bauch😊.

  8. Liebe Audrey, ich werde deine wirklich realistischen Wegbeschreibungen, Gedanken und Gefühle sehr vermissen, auch wenn ich dich verstehe, zeit für 2020 heißt in diesem Falle Zeit für Audrey, und das ist richtig und wichtig. ich freu mich auf jeden Fall über weitere Wortmeldungen von dir und wünsche dir alles Liebe. Maria

    1. Liebe Maria,
      Danke für deine Nachricht – sie berührt mich wirklich sehr. Ich freue mich so sehr, dass ich dich bewegen konnte, beim Projekt mitzumachen und deine Geschichte zu erzählen 😘

  9. Oh dieses Gefühl kenn ich auch sooo gut
    Manchmal muss man einfach mal reflektieren und seinem Bauchgefühl vertrauen und folgen , so mache ich das mittlerweile auch und fahre sehr gut damit
    Wie Du schon schreibst es ist unser Leben und nur wir entscheiden was wir tun und machen möchten
    Ich wünsche Dir eine grandiose Auszeit mit schönen Erlebnissen ganz für Dich alleine
    Genieße Deine Zeit
    LG Sylvie

    1. Danke, liebe Sylvie, ich übe mich gerade an meinem ersten Blog-freien Sonntag und werde jetzt mal das beste Hamburger Wetter nutzen und bei Nieselregen und unterschiedlichen Grautönen lange spazieren gehen 🙂

  10. Liebe Audrey,

    ich kann Deine Entscheidung sowas von nachvollziehen. Ich bin auf einer längeren Reise und mir fehlt abends einfach die Energie und die Lust, mich an einen Blogpost zu setzen.

    Es geht so schon genug Zeit für Instagram, Facebook und Co. drauf. Das macht zwar Spaß, aber wenn aus dem Spaß das Gefühl wird, dass es verpflichtend wird, verliert sich irgendwann die Freude und die Leichtigkeit.

    Ich freue mich auf alle Fälle, irgendwann wieder von Dir zu lesen. Sei es auf den einschlägigen Social Media Kanälen, oder auf Deinem wundervollen Blog.

    Vielleicht klappt’s ja mal wieder mit einem Wiedersehen! DAS wäre mir eine Megafest!

    Genieße das Leben, Deine Wanderungen, Deine Abenteuer!

    Ich wünsche Dir ganz viel Gesundheit, Zufriedenheit, Erfüllung und Leichtigkeit.

    Fühl Dich lieb gedrückt,
    Annik

    1. Liebe Annik,

      Wie ich mich über deinen Kommentar freue! Es scheint, als schlügen sich momentan einige Blogger ein bisschen mit dem Thema rum. Deine momentanen Reisen verfolge ich bei Facebook und wundere mich, dass du so fleißig postest. Du bist schon so lange unterwegs – dass du da immer noch die Energie aufbringst, ist wirklich beachtlich.

      Ich hoffe auch sehr, dass wir uns bald noch mal wiedersehen. Wirst du jemals „fest“ wiederkommen?

      LG und lass dir den asiatischen Wind herrlich um die Nase wehen
      Audrey

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