Mosel-Camino: Sieben Tage mitten in Deutschland pilgern

Von Wein, Wäldern und Wiesen, Auf- und Abstiegen, von Schlössern und Herbergen, Muscheln und Pfeilen, von göttlichen Wundern und Camino Magic und von der Versicherung, dass Deutschland Jakobsweg kann (160 Kilometer Mosel-Camino von Koblenz nach Trier, Herbst 2017)

Auf Muschelsuche in Deutschland

Seit ich 2016 den Camino Frances, seines Zeichens der wohl bekannteste aller Jakobswege von den Pyrenäen bis nach Santiago gelaufen bin, hat mich das Fieber nicht mehr losgelassen. Immer wieder verlangt die kleine, innere Stimme danach, den Rucksack mit dem Nötigsten zu packen, die Wanderschuhe zu schnüren und einen weiteren Weg zu Fuß zu erobern.

Was genau es ist, das mir seitdem unmöglich macht, gepflegt in ein Hotel einzuchecken, die Füße hochzulegen und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen, weiß ich nicht. Ich lasse ihn offensichtlich lieber einen guten Wandersmann sein und inhaliere die unglaubliche Freiheit, die einem geschenkt wird, wenn man lange Zeit durch die Natur läuft. Mir zumindest ist bisher nichts untergekommen, das auch nur annähernd dieses Gefühl auslöst.

Nach zwei Caminos im Ausland schreit der Herbst 2017 nach einem Abenteuer in Deutschland. Es wird höchste Zeit, das eigene Land zu durchschreiten. Mein Jobwechsel beschert mir das große Glück, gleich mehrere Wochen frei zu haben. Um das Rad nicht komplett neu zu erfinden, fällt die Wahl wieder auf einen Jakobsweg, den Mosel-Camino. Muschelsuche in Deutschland, das klingt doch mal nach einem perfekten Plan. Um es nicht bei 180 Kilometern entlang der Mosel zu belassen, werde ich den Rheinsteig dranhängen, aber das ist eine andere Geschichte.

Mosel-Camino: 7 Tage Pilgern mitten in Deutschland
Überblick über meine Wanderung auf dem Moseljakobsweg von Koblenz nach Trier #wandern #fernwandern #deutschland #badenwürttemberg #wanderblog #weitwandern #moselcamino #läuftbeiihr

Kann Deutschland Jakobsweg?

Wie steht es mit dem Camino-Feeling auf einem deutschen Jakobsweg, frage ich mich im Vorfeld. Pilgern ist nicht gleich wandern. Das kann ich nach etlichen Caminos und Fernwanderungen zweifelsfrei konstatieren. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber eben auch einige Besonderheiten. Ganz konkret drehen meine Gedanken um folgende Themen, die ich euch, der Retrospektive sei Dank, auch gleich beantworten kann:

Lässt sich der Weg erstempeln?

Natürlich. Es gibt einen eigenen Pilgerausweis, das sogenannte Credencial, den man (zumindest 2017) in der Ortsverwaltung des Koblenzer Stadtteils Stolzenfels für vier Euro zwischen 9 und 10 Uhr morgens kaufen kann. Wer es nicht zur Stadtverwaltung schafft, kann das Dokument auch online an verschiedenen Stellen ordern, wie die Seite des Mosel-Camino auflistet. Auf dieser Seite findet ihr neben vielen, nützlichen Informationen z.B. auch eine Übersicht der Stempelstellen.

Zusätzlich zu den Stempeln gibt es seit 2020 (also deutlich nach meiner Zeit) auch die Möglichkeit, sich das Erreichen Triers mit einer Compostela, der Trierer Pilgerurkunde, belegen zu lassen.

Werde ich anderen Pilgern begegnen?

Für meine Reise in 2017 galt: Mitpilger waren Mangelware, wenn man von zwei Damen absieht, die ich am ersten Tag traf. Die beiden holten damals die Etappe nach, die ihre Bus-Pilgerreise zuvor ausgelassen hatte. Einen weiteren Pilger traf ich abends, das aber nur, weil er, selbst gerade frisch vom Camino Francés zurück, sein Gästezimmer in Bernkastel zu einem Donativo gemacht hatte. Mit mir gemeinsam unterwegs war hingegen niemand, was stellenweise schade war, sind doch die Begegnungen mit anderen Pilgern für mich das i-Tüpfelchen der Caminos.

Inzwischen mag sich das geändert haben. Immer mehr Santiago-Pilger machen sich auf die Suche nach guten Alternativwegen innerhalb Deutschlands. Der Lockdown und die Corona-bedingten Urlaube im eigenen Land werden die Attraktivität und Bedeutung sicherlich noch gesteigert haben.

Wenn jemand von euch in letzter Zeit den Mosel-Camino gelaufen ist, freue ich mich sehr über Rückmeldungen, ob euch andere Pilger begegnet sind und auch sämtliche Hinweise, was sich seit 2017 geändert hat.

Wie leicht wird es, spontan eine Unterkunft zu finden?

Gar nicht leicht. Dazu schreibe ich unten einen eigenen Absatz. Die Variante „geh, soweit du kannst und suche dir dann eine Albergue“, scheidet auf dem Mosel-Camino jedenfalls aus, zumindest wenn man zu einer halbwegs brauchbaren Jahreszeit unterwegs ist. Das von mir in Spanien so verpönte Reservieren ist daher an der Tagesordnung.

Was ist mit Camino Magic?

Camino Magic duftet für Außenstehende vermutlich stark nach Räucherstäbchen und hat einen kleinen Beigeschmack. Diese ganzen spirituell Durchgeknallten, die sich ihre Erlebnisse schön reden, mag mancher denken. Wer meine Beiträge über den Camino Francés gelesen hat, wird ihr aber dennoch immer wieder begegnen. Auch wenn ich weder Räucherstäbchen besitze, noch sonderlich esoterisch angehaucht bin, komme ich nicht umhin, zuzugeben, dass es immer wieder Begebenheiten und Begegnungen gibt, die so besonders sind, dass sie sich einprägen.

Auch auf dem Mosel-Camino gab es diese besonderen Erlebnisse. Einmal mehr galt: „Der Camino gibt dir, was du brauchst.“ In meinem konkreten Fall verbuche ich einen verspäteten Zug zur rechten Zeit, einen Wanderer, der sein Wasser teilt und einen Wegpaten, der eine Unterkunft aus dem Hut zaubert zu den magischen Erlebnissen.

Vorbereitung für meinen Mosel-Camino

Wo bin ich?

Der Mosel-Camino führt auf 160 Kilometern von oben rechts nach unten links durch die obere Hälfte von Rheinland-Pfalz. Bei dieser Beschreibung merkt man gleich mein geografisches Talent, nicht wahr? Er beginnt im Koblenzer Stadtteil Stolzenfels mit seiner imposanten Burg und endet in Trier, am Grab des Apostels Matthias, seines Zeichens der einzige Apostel, der nördlich der Alpen begraben liegt.

Auf seinem Weg entlang der Mosel springt der Camino zwischen Eifel und Hunsrück fröhlich hin und her, vorzugsweise Auf und Ab. Dieser Weg hat es wirklich in sich, gilt es doch, auf sieben Etappen 4.300 Höhenmeter hinauf und 4.250 wieder hinunterzulaufen. Und so schnauft man begeistert durch Wald und Weinberge, vorbei an Schlössern und Klöstern, um allabendlich ordentlich geplättet nach einem Glas lokalem Wein in sein Bett zu fallen.

Gute Nacht, Freunde – Unterkünfte

Betten bzw. Unterkünfte verdienen ihr eigenes Kapitel. Dadurch, dass der Weg durch touristisch bestens erschlossenes und beliebtes Terrain führt, finden sich ausreichend Unterkünfte. Wer aber das Pilgern auf spanischen oder portugiesischen Caminos gelernt hat, wird heftig schlucken, denn vergleichsweise happig sind mancherorts die Preise.

Die Camino-Faustregel, man komme mit 25-35 Euro durch den Tag, mag für Südeuropa gelten. Beim Pilgern in Deutschland findet man dafür in den meisten Fällen nicht einmal das Bett für die Nacht, erst recht nicht spontan. Der Mosel-Camino hat jedoch in einigen Orten verhältnismäßig günstige Übernachtungsmöglichkeiten im Angebot, die sich speziell an Pilger richten. Da lohnt es sich durchaus, den Weg um diese Herbergen zu planen. Weil ihre Bettenanzahl überschaubar ist, empfiehlt es sich definitiv, die Übernachtungen frühzeitig zu regeln.

Beim Start meiner eigenen Reise weiß ich das leider noch nicht. Meine Erfahrung beschränkt sich auf südeuropäische Jakobswege mit ihrer fantastischen Infrastruktur. „Et hätt noch emmer joot jejange“, sagt der Rheinländer in mir also auch zu Beginn des Mosel-Caminos, nicht ahnend, dass mich meine entspannte Einstellung noch das einen oder andere graue Haar kosten wird.

Eine Übersicht meiner Unterkünfte samt Bewertung, (damaliger) Kosten und Verlinkung findet ihr in der Etappenübersicht unten. Bitte prüft aber auf jeden Fall noch einmal die aktuellen Preise, die meinen stammen aus 2017. Es mag sogar sein, dass manche Unterkunft die Pandemie nicht überstanden hat.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen – die Packliste

Wenn ich mir meine Packliste anschaue, dann hat sich vom ersten Jakobsweg 2016 bis zu meiner letzten Wanderung 2020 nicht wahnsinnig viel geändert. Klar, das eine oder andere Teil hat sich professionalisiert und wurde leichter, aber gute 85% sind unverändert. Die Unterschiede ergeben sich durch die Art der Unterkünfte und die Jahreszeiten.

Fragt man Leichtgewichtexperten, habe ich zu viel dabei. Das stimmt. Meine Liste ließe sich leicht reduzieren, indem ich auf einen Satz Klamotten verzichtete. Aber ich weiß um den Luxus, an einem schlechten Tag nicht waschen zu müssen. Und manches braucht es zwar nicht zum Überleben, aber es ist so nice to have, dass ich es gerne mitschleppe.

Mein Rucksackgewicht bewegt sich in der Regel bei 9,5 Kilo. Dazu kommen dann noch ca. 1,5 Liter Wasser und 500g Proviant. Mich stören die 11,5 Kilo nicht, aber ich bin auch 1,78 Meter groß, kein Strich in der Landschaft und habe keinerlei Rückenbeschwerden. Von Formeln, gemäß denen ein Rucksack zehn Prozent des Körpergewichts wiegen soll, halte ich wenig. Das muss jeder für sich selbst ausprobieren und entscheiden.

Auf dem ersten Camino hatte ich 14 Kilo dabei und Wanderstiefel an den Füßen. Das war viel, ging aber dennoch (etwa indem ich ein paar Dinge unterwegs aussortierte). Inzwischen trage ich fast ausschließlich Trailrunner. Jemand hat mir einmal erzählt, dass jedes Gramm, das man am Fuß spare, mit 20 Gramm auf dem Rücken gleichzusetzen sei. Hinzu kommt, dass ich grundsätzlich mit Stöcken wandere, die wiederum das gefühlte Gewicht um 30% reduzieren sollen.

Nimm meine Packliste also gern als Orientierung. Sie erhebt nicht den Anspruch ultimativ, extra leicht oder besonders perfekt zu sein. Sie hat sich für mich bewährt und vielleicht erinnert sie dich an den einen oder anderen Gegenstand, den du sonst vergessen hättest. Du findest sie hier.

Wieso erscheint dieser Artikel erst im April 2021?

Der Mosel-Camino war der allererste Weg, über den ich geschrieben habe. Er war der Anfang von Audrey im Wanderland. Meine Schreiberei steckte quasi in den Kinderschuhen und lernte gerade laufen. Dass neben den Einzelberichten zu den Etappen ein Sammelartikel mit Hintergründen und Schnellüberblick hilfreich sein könnte, scherte mich damals nicht. Mir ging es hauptsächlich darum, meine Erlebnisse zu teilen und von meinen Erfahrungen zu erzählen.

Auch vier Jahre später zählt dieser Jakobsweg nach wie vor zu meinen Lieblingsstrecken. Und so finde ich, dass er sich seinen Übersichtsartikel redlich verdient hat. Auch wenn meine konkreten Erlebnisse etwas zurückliegen, ist der Weg (hoffentlich) derselbe geblieben. Einer, den es zu laufen lohnt. Einer der es in sich hat. Und einer, der Mitten in Deutschland liegt und nur auf euch wartet.

Wenn unter euch Lesern jemand ist, der den Mosel-Camino in jüngster Zeit gelaufen ist, würde ich mich übrigens über Rückmeldungen freuen. Hat sich etwas gravierend geändert? Sollte etwas besonders Schönes oder Schreckliches ergänzt werden? Oder konntet ihr euch nach wie vor in meinen Schilderungen wiederfinden. Hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Mein Mosel-Camino im Schnelldurchlauf

Jetzt aber genug des Vorgeplänkels. Was erwartet dich denn nun auf den 160 Kilometern nach Trier? Wie habe ich mir meine Etappen eingeteilt und würde ich das wieder so machen? Wo habe ich übernachtet und gegessen? Was waren meine Tageshighlights und was hätte ich mir schenken können?

Bühne frei für meine sieben Tage auf dem Mosel-Camino im Kurzporträt. Sämtliche Erlebnisse in epischer Breite findest du jeweils am Ende verlinkt.

Etappe 1: Koblenz-Stolzenfels – Alken

Harte Fakten

  • Distanz: 18 km
  • Dauer:  6 Stunden, inkl. Pausen
  • Unterkunft: Pension Hein (47,50€)
  • Tipp: Den Pilgerausweis gibt es in der Ortsverwaltung, die in 10 Minuten mit dem 670er Bus ab Koblenz HBF erreichbar ist (Haltestelle Schlossweg), allerdings fährt der Bus nur alle halbe Stunde (um 26 und 56)
  • Achtung: Stolzenfels ist eine lange Straße ohne Supermarkt, Bank etc.
  • Bewertung: 5/5 Wanderschuhe

Mosel-Camino von Stolzenfels nach Alken
Highlight an Tag 1: man könnte denken, ich hätte eine Erscheinung, so erleuchtet die Sonne den Hochsitz

Kurzbeschreibung

Das Credencial samt erstem Stempel gibt es in der Ortsverwaltung, von wo es links hinauf in Richtung eines beeindruckenden Aquädukts geht, neben dem rechts die Kirche St. Menas thront. Wer noch Wasser benötigt, wird auf dem Friedhof fündig. Von hier schlängle ich mich in Serpentinen aufwärts. Die Markierungen mit der gelben Muschel entdecke ich schnell, allerdings gilt zu beachten, dass nicht die auslaufenden Strahlen der Muschel die Richtung weisen, sondern das dicke Ende, an dem sie zusammenlaufen.

Dem Schloss, das um zehn öffnet, nähere ich mich durch die Hintertür, von unten nach oben. Vermutlich hätte man an einem weniger nebligen Tag eine grandiose Aussicht. Wer glaubt, bereits am Ziel seiner Höhenmeter zu sein, wird überrascht, denn der Weg führt nun zwei Kilometer lang aufwärts durch zauberhaften Wald, der alle paar Meter von Fledermaus- und Vogelhäuschen mit gelbem Pfeil und Muschel geziert wird und weiter zur Ruine des Merkur-Tempels.

Auf Feldwegen, vorbei an saftigen Wiesen, erreicht man die Ausläufer von Waldesch. Der Weg führt nicht durch den Ort, der sich aber lohnt, wenn man auf der Suche nach einer Bank oder einem Supermarkt ist. Felder und Waldstücke bestimmen die nächsten zwei Stunden, bis ich die Dreifaltigkeitskirche auf dem Bleidenberg erspähe und den bombastischen Blick auf die Ruine der Burg Thurant, die über Alken thront, genieße.

Auch die schlichte Kirche mit ihrer Holzdecke selbst lohnt den Besuch, und es kann sicher nicht schaden, hier noch einmal alle Kräfte zu sammeln, denn nun geht es mega steil hinab nach Alken. Der Pfad aus Schiefer, Schotter und Geröll ist übrigens ein Kreuzweg mit Fußfallstationen. Wie sich hier eine Prozession hinauf oder hinunter winden soll, ist mir schleierhaft. Ohne Gegenverkehr kämpfe ich mich mit Hilfe meiner Wanderstöcke nach unten und in Richtung Moselufer zur Tourist Information, um eine Unterkunft zu organisieren.

Ausführlicher Bericht: Etappe 1

Alle persönlichen Erfahrungen zum ersten Wandertag findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 6-mal Etappe 1

Etappe 2: Alken – Kloster Engelport

Harte Fakten

  • Distanz: 28 km
  • Dauer:  8,5 Std., inkl. Pausen
  • Unterkunft: Kloster Engelport (die Kosten lagen 2017 bei knapp 40€ inkl. Abendessen und Frühstück)
  • Tipp: An Burg Eltz und der Kirche von Karden sollte man nicht unbesehen vorbeigehen
  • Achtung: In Löf führt der Weg entlang der Bahnschienen und nicht um die Kirche herum. Vor dem steilen Abstieg nach Karden unbedingt noch einmal Pause machen
  • Bewertung: 5/5 Wanderschuhe

Burg Eltz - Ausblick vom Mosel-Camino
Highlight an Tag 2: das Märchenschloss Burg Eltz, das jegliche Klischees erfüllen kann.

Kurzbeschreibung

Von Alken führt der Weg über die Brücke nach Löf, wo man seine Sinne beisammen halten sollte. Der Mosel-Camino verläuft nämlich entlang der Bahnschienen und nicht von der Kirche in den Wald in Richtung Hatzenport. Wenn das Küppchen erklommen ist, lassen sich mit etwas Glück Drachenflieger beim Starten beobachten. Eine Stunde später ist mein Tageshighlight, Burg Eltz, erreicht. Auch wenn die Burg immer gut besucht ist, lohnt sich ein Abstecher zum Biergarten im Innenhof und in den Burgladen, in dem es einen hübschen Stempel gibt.

Nach einem neuerlichen Aufstieg im Wald kreuze ich eine Landstraße, laufe dann flach durch Felder, balanciere entlang eines Flusses und kommteüber den Buchsbaumpfad zum Aussichtspunkt Kompes Köpfchen. Die Grillhütte der Feuerwehr bietet einen dringend benötigten Verschnaufpunkt, bevor ich steil abwärts nach Karden klettere.

Ist Karden der Länge nach durchlaufen, geht es auf die andere Moselseite in das wenig ansehnliche Treis, das ich möglichst schnell hinter mich bringe. Schön geht anders. Nicht ganz so fitte Pilger sollten hier ihre Etappe beenden, denn bis zum Kloster Engelport warten sieben weitere Kilometer, Aufstieg inklusive.

Wer auch dieses Stück noch an seine Etappe hängt, wird auf jeden Fall belohnt. Der Weg durch den Wald ist idyllisch und die Übernachtung im Kloster war für mich sehr besonders. Ich liebe Klöster, und die Gastfreundschaft der hiesigen Schwestern war toll. Ein besonderes Highlight war zudem ihr gregorianischer Gesang bei meiner Ankunft – auch wenn ich fix und alle war.

Ausführlicher Bericht: Etappe 2

Meine persönlichen Erlebnisse zwischen Alken und Engelport findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 6-mal Etappe 2

Etappe 3: Kloster Engelport – Marienburg (Bullay)

Harte Fakten

  • Distanz: 24 km
  • Dauer:  8 Std., inkl. diverser Pausen
  • Unterkunft: Bildungsstätte Marienburg (Übernachtung mit Abendessen und Frühstück lag bei ca. 50€, genau weiß ich es nicht mehr)
  • Achtung: Auf den 14 Kilometern zwischen Beilstein und Bullay gibt es keineerlei Gastronomieangebot, und es wird kein Dorf passiert. Genügend Wasser und Verpflegung sind daher unerlässlich.
  • Tipp: Wer noch Kraft hat, sollte auf den Aussichtsturm in der Nähe der Marienburg klettern und den Blick genießen, der sich mitten in der Moselschleife bietet.
  • Bewertung: 3/5 Wanderschuhe

Moselblick Bildungsstätte Marienburg zwischen Zell und Bullay am Mosel-Camino
Es ist vollbracht: abendlicher Blick auf die Mosel von der Marienburg

Kurzbeschreibung

Gleich hinter dem Kloster Engelport verschwindet der Camino im Wald und steigt dort gemächlich an, bis er nach einer guten Stunde den Blick auf den hübschen Touristenmagneten Beilstein freigibt. Über eine geteerte Straße geht es gemütlich in den malerischen Ort hinab. Beilstein selbst hat zahlreiche Hotels, wenn auch zu eher happigen Preisen.

Der Weg aus dem Ort war 2017 für mich nicht eindeutig markiert. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass er nicht hinauf zur Burg Metternich  führt (auch wenn sich ein Abstecher je nach Etappenlänge lohnt), sondern man die Straße Im Mühlental nach links zur stark befahrenen Alten Wehrstraße nehmen sollte. Das folgende Stück Fahrradweg ist der klare Tiefpunkt meiner Etappe. Kurz bevor ich aufgeben will, führt der Jakobsweg auf der anderen Straßenseite (Vorsicht ist geboten) hinauf in den Wald.

Auf einem unscheinbaren Waldweg wandert man aufwärts, um erneut eine Straße zu kreuzen. Das war es mit den Straßen, fortan erkunde ich Wald und Felder und mache Pause am Lindenhäuschen, einer Kapelle vor Genderich. Der Ort selbst wird nicht durchquert. Bis kurz vor Bullay bleibt es flach, wenn auch etwas unspektakulär.  Wer die Wegführung in Bullay aus den Augen verliert, steuert einfach grob auf den Bahnhof zu. In der Nähe der Moselbrücke, nur wenige Meter abseits des Caminos, gibt es übrigens einen Supermarkt (Kundentoilette inklusive).

Bis zur Bildungsstätte heißt es dann noch einmal Zähne zusammenbeißen, denn die Marienburg thront auf der Hügelspitze am gegenüberliegenden Ufer, gute zwei Kilometer weiter. Nach Überquerung der Brücke wandert man in steilen Serpentinen hinauf, und dann ist es vollbracht: vor einem die Mosel, hinter einem die Mosel – willkommen in der Moselschleife.

Ausführlicher Bericht: Etappe 3

Den Erfahrungsbericht des dritten Wandertages findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 6-mal Etappe 3

Etappe 4: Kloster Marienburg (Bullay) – Traben-Trarbach

Harte Fakten

  • Distanz: 24 km
  • Dauer: 7,5 Std. inkl. Pausen
  • Unterkunft: Alte Lateinschule (21€ Übernachtung mit Frühstück)
  • Achtung: Es handelt sich bei dieser Etappe um die anspruchsvolle Königsetappe. Beim Aufstieg auf den Bummkopf hilft es, den Rucksack abzunehmen und auf die Steine vor/über einem zu hieven.
  • Tipp: In der Kirche von Starkenburg gibt es im Eingang eine Tauschbörse: Nützliches gegen Überflüssiges
  • Bewertung: 5/5 Wanderschuhe

Burgruine über Traben-Trarbach. Mosel-Camino, Etappe 4
Das Highlight kommt zum Schluss. Wunderbarer Blick auf Traben-Trarbach samt Burgruine.

Kurzbeschreibung

Auf der heutigen Königsetappe gilt es, gleich zweimal ordentlich Höhenmeter zu machen. Von der Marienburg führt der Weg sanft abwärts durch die Weinhänge nach Zell. Im Frühnebel übersehe ich die Markierungen, so dass mir mein Weg rechts um den Hügel herum zweieinhalb Zusatzkilometer beschwert, während der offizielle Weg links wäre, dafür aber über den Hügel führt.

Die putzige Altstadt samt schnörkeligen Schilder von Zell eignet sich hervorragend als erster Stopp, um Kräfte für den nun folgenden Aufstieg auf den Bummkopf, seines Zeichens höchster Punkt des Mosel-Caminos, zu sammeln. Stöcke und festes Schuhwerk sind mehr als gern gesehen, denn der Mosel-Camino geht teils so steil nach oben, dass ich den Rucksack abnehmen und vor mir hochhieven muss, bevor ich hinterherkraxle.

Ist der Aufstieg geschafft, geht es vorerst flach durch den Wald, der am Panoramapunkt Fünftälerblick oberhalb von Enkirch endet. Von hier steigt man durch Weinberge und Streuobstwiesen in den Ort hinab und auf der anderen Seite über gefühlt 100 zu hoch geratene Stufen wieder hinauf. Vorbei an riesigen Gesteinsbrocken geht es auf einem schmalen Panoramaweg kontinuierlich aufwärts nach Starkenburg, das letzte Stück entlang der Straße.

Nach dem Besuch der Kirche samt beeindruckend bemalter Holzempore mache ich Stopp im Café an, um mich für den Abstieg nach Traben-Trarbach zu wappnen. Der Mosel-Camino bietet alsdann wunderschöne Wälder und spektakuläre Aussichten im Wechsel. Kurz vor Ende belohnt mich der fantastische Blick auf die Burg Mont Royal und den Ort für alle Mühen. An der Ruine (mit angeschlossenem Biergarten) geht es dann durch die Weinberge nach Traben. Meine Pilgerunterkunft Alte Lateinschule befindet sich in Trarbach, gleich auf der anderen Moselseite.

Ausführlicher Bericht: Etappe 4

Meine persönlichen Erlebnisse zwischen Marienport und Traben-Trarbach findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 6-mal Etappe 4

Etappe 5: Traben-Trarbach – Klausen

Harte Fakten

  • Distanz: 22 km
  • Dauer: 7 Std. inkl. Pausen
  • Unterkunft: Pilgerherberge Eberhardsklause (20 Euro im allein genutzten Mehrbettzimmer)
  • Achtung: Klausen hat eine gute Pizzeria, sonst nichts. Lebensmittel kann man nur morgens im Café unter der Herberge kaufen.
  • Tipp: Wer in der Herberge nicht reserviert hat, sollte sich telefonisch ankündigen, damit der Schlüssel bei Bedarf hinterlegt werden kann.
  • Bewertung: 4/5 Wanderschuhe

Bernkastel am Mosel-Camino
An den pittoresken Marktplatz von Bernkastel mit seinen schiefen Häuschen habe ich sofort mein Herz verloren 

Kurzbeschreibung

Von Traben-Trarbach führt der Weg durch die Weinberge hinauf zur Autobahnbrücke Hochmoselübergang, von wo es im klassischen Mosel-Camino-Rhythmus wieder hinunter nach Bernkastel geht. Während man per Auto ab Trarbach 20 Kilometer benötigt, sind es zu Fuß gerade einmal sieben, um das touristisch beliebte Moselörtchen mit seinem hübschen Fachwerk zu kommen. Eine Pause lohnt hier allein schon, um Vorräte und Bargeld aufzufüllen.

Bernkastel verlässt man über die Brücke nach Kues, von wo es fünf Kilometer auf einem betonierten Fußgänger-Radweg entlang der Mosel bis nach Lieser geht. Andere Pilger konnten diesem asphaltlastigen Teil wenig abgewinnen, doch mir kam er nach dem vielen Auf und Ab auf naturnahen Wegen gerade Recht. Dem Lieser Schloss widme ich meinen nächsten, andächtigen Moment, bevor ich hinter einer Autobahnbrücke rechts wieder hinauf durch Wein, Wälder und Felder bis in den kleinen Ort Monzel gehe, der bei meiner Ankunft wie ausgestorben wirkt.

Wenig verwunderlich steigt der Jakobsweg auch am Ortsausgang von Monzel wieder heftig an. Weintrauben und Brombeeren begleiten mich kulinarisch, bevor ich erneut in waldiges Gebiet eintauche, um anschließend den letzten Abstieg des heutigen Tages zu bestreiten. Zwischen dem Moment, wo man die Kirche von Klausen sieht und dem, wo man vor ihr steht, liegen noch mal 30 Minuten, dann ist es geschafft. Die Pilgerherberge findet sich in der Nähe von Kirche und Kloster.

Ausführlicher Bericht: Etappe 5

Meine persönlichen Eindrücke zum fünften Wandertag findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 6-mal Etappe 5

Etappe 6: Klausen – Schweich

  • Distanz: 28 km
  • Dauer: 7,75 Std. inkl. Pausen
  • Unterkunft: Weingut Wallerath (40 Euro inkl. Frühstück)
  • Achtung: Genug Wasser und Verpflegung für unterwegs einpacken. Klüsserath ist der einzige (kleine) Ort, der durchquert wird.
  • Tipp: Unbedingt noch mal die Ruhe der Abgeschiedenheit genießen, z.B. am Zitronenkrämerkreuz, denn ab morgen wird es urban.
  • Bewertung: 2,5/5 Wanderschuhe

Zitronenkrämerkreuz Mosel-Camino hinter Ensch
Das Zitronenkrämerkreuz – schöner Pausenplatz inkl. Überraschungsobst 

Kurzbeschreibung

Nach den Highlights der vorangegangenen Tage fällt die heutige Etappe ziemlich ab und zieht sich durch ihre Mittelmäßigkeit noch länger, als sie eh schon ist. Das Auf und Ab der vergangenen Tage wird in gewohnter Manier beibehalten. Gleich hinter Klausen steigt der Jakobsweg ordentlich auf, um dann über Felder, Wälder und weitere Felder ins elf Kilometer entfernte Klüsserath abzutauchen.

Auch diesen berühmten Weinort verlässt man mit einem kurzen, knackigen Anstieg hinauf zur Marienkapelle. Als kleiner Trost spiegelt sich mein eigenes Leiden im modernen Mosaik-Kreuzweg am Straßenrand. Bis zu den Ausläufern von Ensch, das selbst nicht betreten wird, bleibt es zwischen den Weinstöcken vorübergehend flach. Zeit, durchzuatmen, denn im Anschluss geht es wenig überraschend ca. fünf Kilometer aufwärts durch den Wald. Genießt es, denn dies ist der letzte „richtige“ Aufstieg des Mosel-Caminos.

Als hervorragender Pausenplatz auf dieser Etappe eignet sich das Zitronenkrämerkreuz, das an einen ermordeten italienischen Händler erinnert. Zwischen Apfelbäumen gelegen, kann man die Ruhe noch einmal richtig genießen, bevor es nach Schweich geht, das gleich an der Autobahn liegt. Auf dem Weg dorthin findet sich ein verwittertes Steinkreuz aus dem 19. Jahrhundert, sonst gibt es wenig Besonderes zu sehen.

Ausführlicher Bericht: Etappe 6

Meinen detailierten Erfahrungsbericht zu Tag 6 findest du hier

Mosel-Camino Bilderbuch: 4-mal Etappe 6 (sorry, mehr gibt der Tag nicht her)

Etappe 7: Schweich – Trier

  • Distanz: 19 km + 3 (Waldarbeiten), sowie je 3,5 km zur Abtei St. Matthias und zurück
  • Dauer: 6 Std. inkl. Pausen (+ 2x 45 Minuten)
  • Unterkunft: Hostel Evergreen (seit 2021 geschlossen)
  • Achtung: Zwischen der Trierer Altstadt und der Abtei St. Matthias, in der man seinen letzten Stempel bekommt, liegen ca. 3,5 Kilometer.
  • Tipp: Nutzt die Möglichkeit, an der Eucharistiefeier in der Krypta teilzunehmen. Die Stimmung ist sehr besonders
  • Bewertung: 3/5 Wanderschuhe

Abtei St. Matthias in Trier
Hurra, das Ziel ist erreicht: die Benediktiner Abtei St. Matthias 

Kurzbeschreibung

Nachdem ich den Weg aus Schweich herausgesucht, den Kreuzverkehr durchlaufen und das Überqueren der Schnellstraße geschafft habe, geht es durch Feld und Wald zum wohl kuriosesten Wegweiser des gesamten Caminos. Ein Kreuz mit Muschel verrät, dass vor mir nur noch 2.395 Kilometer bis Santiago liegen, daneben thront ein unfassbar hässlicher Greifvogel und schaut verwundert zu.

Der Jakobsweg nimmt ein paar Anhöhen, die im Vergleich zu den Vortagen leicht zu machen sind und konfrontiert den Pilger an einem Aussichtspunkt mit einem gigantisch hohen Kreuz, bevor es hinab nach Ehrang geht, dessen Kirche Stempel samt Kissen für den dokumentierfreudigen Peregrino bereithält.

Sind die Bahnschienen am Ortsende überquert, geht es an den letzten, nennenswerten Aufstieg, gefolgt von einem Abstieg durch den Wald nach Biewer. Gepflegte Gärten, einer davon mit überlebensgroßer Gockelfigur, begleiten den Wanderer. Dann erhebt sich der Mosel-Camino ein allerletztes Mal und verläuft die nächsten Kilometer als Panoramaweg parallel zur Mosel mit wundervolle Aussichten.

Die letzten Kilometer teile ich mir mit Autos, Radfahrern und Fußgängern. Entlang einer gut befahrenen Straße geht es hinab zum Moselufer, das im Anschluss geradezu idyllisch wirkt. Wer direkt zur Abteil St. Matthias möchte, bleibt am Flussufer und hat sein Ziel 3,5 Kilometer später erreicht. Den letzten Stempel gibt es im Klosterladen (hier die Öffnungszeiten) oder an der Klosterpforte. Ab wann es wieder Eucharistiefeiern in der Krypta gibt, vermag ich nicht zu sagen. Meine werde ich jedenfalls nie vergessen, war sie doch eine Mischung aus Slapstick und Horrorfilm.

Ausführlicher Bericht: Etappe 7

Die skurrile Messe und alle anderen Erlebnisse des letzten Tages kannst du hier nachlesen.

 

Weiterführende Lektüre zum Mosel-Camino

Verlässt du dich ungern auf einseigite Berichterstattung? Dann schau doch zur Abwechslung bei diesen Bloggern vorbei (nach Aktualität gerankt):

Rainers Eindrücke von seinen acht Etappen auf dem Mosel-Camino sind noch richtig frisch, denn er war im Herbst 2020 unterwegs. Sein Bericht bestätigt meine Vermutung, dass Corona zu mehr Pilgern geführt hat. Mit ihm starteten gleich 15 weitere Peregrinos. Seine Etappeneinteilung sieht einen Tag mehr vor als meine. Eine begeisterte Zusammenfassung der Wanderung findet ihr auf seinem Blog Sabbatical Handbuch.

Auch Marcel war im Juli 2020 auf dem Mosel-Camino unterwegs. Gerade mal sechs Tagen brauchte er von Koblenz bis Trier und hat dies in Text und vor allem Bild dokumentiert. Wer also lieber schaut als liest, wird sich über die reiche Fotosammlung auf seinem Blog Jakobsweg-Erfahrung freuen.

Stefan wagte sich im April 2019 an den Mosel-Camino, und daran war ich nicht ganz unschuldig. Es gab ordentlich Luft nach oben (sowohl bei seinen Erlebnissen als auch bei seinen Lungen). Wie er selbst einräumt, war das weniger dem Weg geschuldet als seiner Fitness und dem Fehlen von Pilgergesprächen und -Begegnungen. Auch wenn – oder gerade weil – er schwer genervt war, lesen sich seine Berichte wunderbar amüsant. Die volle Dröhnung „mir reicht’s“, die zum Pilgern immer mal dazugehört, findet sich auf Stefans Spuren.

Bei Daniela ist der Weg noch etwas länger her als bei mir. Die Wanderreporterin präsentiert wetterseitig ganz neue Eindrücke.  Von idyllischem Schnee bis Scheißwetter hat sie an 9 Tagen Anfang 2016 alles mitgenommen. Ich las mich  damals auf ihrem Blog übrigens ein wenig schlau, bevor ich selbst losstiefelte. Ihre detaillierten Einzeltagesberichte haben nichts an Aktualität verloren, denn auch Daniela bietet ihren Lesern die Chance, den Weg emotional nachzuerleben. Hier geht es zu ihrer Etappe 1.

 

Kommentare und Feedback

Hat dir meine Übersicht Lust auf den Mosel-Camino gemacht oder verschrecken dich seine Höhenmeter? Warst du vielleicht selbst schon auf dem Mosel-Camino unterwegs? Wie hast du dir die Etappen eingeteilt und wo hast du übernachtet?

Gerade bei denjenigen, die den Mosel-Camino in letzter Zeit gegangen sind, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen, falls Infos in meinem Artikel überholt sind. Schreibt sie mir gern in die Kommentare – hier oder bei den jeweiligen Tagesetappen, dann ergänze ich das. Danke!

Und auch sonst freue ich mich natürlich wie immer über Kommentare, Ergänzungen und Fragen. Buen Camino!

Ich muss das weitersagen

8 Gedanken zu „Mosel-Camino: Sieben Tage mitten in Deutschland pilgern&8220;

  1. Sehr schön aufbereiteter Mosel-Camino Reload, Audrey. Ein Director`s Cut sozusagen.
    Das erzähl ich gleich gern mal weiter.
    Auf dem Mosel-Camino haben wir uns vor drei Jahren kennengelernt. Also hier im Blog, meine ich natürlich 🙂
    Liebe Grüße aus B
    Ralph

    1. Ja, unvergessen und dann irgendwann tatsächlich auch mal live getroffen. Director’s Cut ist ein super Untertitel 😀 Und ja, ich fand auch, der Weg hat es verdient…

      1. haha, ja, ich hätte das noch erwähnen sollen. Und dass ich dir an der Mosel hinterher gelaufen bin … hab gehört, das machen sehr viele auf vielen Wegen 🙂

  2. Hi – klasse Bericht, wie immer. Wir folgten im September 2018 deinen Spuren. Da hatte sich nicht soviel verändert. Man hätte im Kloster Engelport wieder nächtigen können, dass wäre schön gewesen, wenn man es vorher erfahren hätte. Ansonsten viel rauf und runter….
    Die Unterschiede zum Camino francais hast du ausreichen beschrieben. Sehr wenige Begegnungen mit anderen Pilgern, aber sehr viele tolle Begegnungen mit anderen Menschen.
    Deutschland kann Camino!
    Bleib Gesund – Gruß auch von Annette,
    Norbert

  3. Liebe Audrey,

    tolle Zusammenfassung! Da möchte ich nur eine Sache ergänzen:
    Für Stempelfetischisten hat Wolfgang Scholz auf seiner Seite für so ziemlich jeden Jakobsweg in Deutschland zusammengetragen, welchen Stempel man sich wie und wo holen kann. So auch hier für den Mosel-Camino (http://www.unterwegs-nach-santiago.eu/index.php/pilgerstempel/23-rheinland-pfalz/85-mosel-camino-von-koblenz-stolzenfels-nach-trier).

    Ansonsten möchte ich auf meine „Schwierigkeiten“ unterwegs gar nicht groß eingehen, da ist jede(r) herzlich eingeladen, bei mir direkt nachzulesen.

    Was aber beim M-C, wie eigentlich bei allen Wanderwegen die ich bisher in D erlaufen habe, ab und an stört – Du hast es ja auch mehrfach erwähnt – ist, dass die Wege oft absichtlich an Orten *vorbei* führen. Das ist im Sinne der Naturverbundenheit sicher toll, aber Kaffeepausen werden dadurch echt schwierig bis teilweise unmöglich. Es hilft also auf jeden Fall, sich ein Brötchen und ein bisschen Obst einzupacken – Profis können auch eine Thermoskanne mit Kaffee mitschleppen 😄

    Viele Grüße und allzeit Buen Camino
    Stefan

  4. Danke für die tolle Zusammenfassung und die Hinweise auf die andren Berichte. Da werde ich mal schauen. Der Mosel Camino interessiert mich sehr, aber ich schwanke noch, ob ich nicht lieber einen Teil des Moselsteigs gehen soll. Oder überschneiden sich die Wege zum Teil ?
    Ob es in diesem Jahr noch geht, wird sich zeigen …

    LG
    Inga

    1. Hi Ingo,
      Sie überschneiden sich nur bedingt. Der Steig nimmt alle Schleifen mit und ist insgesamt deutlich länger. Ich bin ihn aber nicht gelaufen – sicher auch schön. Den MC kann ich jedenfalls uneingeschränkt empfehlen 🙂

Und was sagst Du?